Das Bluetentagebuch

Warum ich energetische Heilung lerne (ohne Heilerin sein zu wollen): Ein Update aus meinem Bremer Blumenladen

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Zwetschge liegt auf dem Fensterbrett, und ich merke zum ersten Mal, dass da kein Loch mehr ist. Nur sie: das schildpattfarbene Fell, der ruhige Atem, die Pfote leicht über die Kante gelegt.

Nein, ich will keine Heilerin werden -- das ist die Antwort, bevor irgendetwas anderes kommt. Ich lerne Schamanismus, weil ich nach dem Tod meiner Mutter etwas für mich selbst brauchte, keine neue Berufsbezeichnung für die Ladentür, eher ein Stück Persönlichkeitsentwicklung, das niemand außer mir sehen muss. Was hier folgt, sind die Fragen zu Trauerarbeit, Floristik und meiner Ausbildung, die mir Kundinnen und Leserinnen am häufigsten stellen.

Ein Hinweis vorab: Manche Links in diesem Text führen zu Kursen, die ich selbst bezahle und besuche. Kaufst du darüber etwas, bekomme ich eine Provision, dein Preis bleibt gleich. Ich bin Floristin, keine Ärztin oder Therapeutin, und nichts hier ersetzt professionelle Hilfe, hier kannst du mehr über meine Erfahrungen und die Kosten lesen.

Willst du am Ende Heilerin werden?

Diese Frage stellt mir Mina, meine Wochenend-Aushilfe im Laden, offener als die meisten -- meistens während sie mir eine Tasse Fenchel-Zimt-Tee aus ihrer Thermoskanne eingießt. Die kurze Antwort bleibt Nein.

Der Grund ist einfach: Ich ziehe genau deshalb eine Grenze, weil ich ausdrücklich nicht heilen will. Dieser Schutz ist für mich das Gegenteil eines Berufsbilds, keine Praxis, keine Visitenkarte, kein Honorar für Sitzungen. Wenn ich merke, dass ich unbedingt ein Ergebnis liefern will, ist genau das für mich das Signal, einen Schritt zurückzutreten, sonst rutsche ich doch in die Rolle, die ich nicht will. Meine Mutter Ingrid starb im März 2024 an Bauchspeicheldrüsenkrebs, und danach war da ein Raum in mir, der sich anders leer anfühlte als alles, was ich aus der Trauerfloristik kannte.

Hände einer Floristin beim Anschnitt von Blumenstielen als Teil der energetischen Arbeit am Bindetisch.

Warum ich Schamanismus lerne, ohne eine Praxis zu eröffnen

Weil ich die Sprache der Heilung für mich selbst brauche, nicht für andere. Ich binde beruflich Trauersträuße und kenne die Rituale von außen -- aber als es um Ingrid ging, reichte mir das nicht mehr.

Im Programm POWER OF LOVE geht es um die 13 Clanmütter und weibliche Urkraft, und am Anfang klang mir das zu groß für eine nüchterne Norddeutsche. Dann habe ich es mit einer Pfingstrose verglichen: Sie braucht ihre eigene Zeit, um sich aus der harten Knospe zu lösen, und wenn man daran zieht, reißt sie nur. Ich lasse mir seitdem mehr Zeit für Dinge, die sich nicht erzwingen lassen.

Ein Teil der Ausbildung ist Ahnenarbeit, eine Verbindung zu Ingrid aufzubauen, ohne dass ich genau weiß, was das eigentlich bedeutet -- ich übe es trotzdem, jede Woche ein bisschen anders.

Wenn während einer Übung gar nichts passiert

Ich binde jeden Sonntag für mich selbst einen kleinen Strauß, als eigenes Ritual -- das war lange mein Versuch, mit der Trauer klarzukommen. Die raue Feuchtigkeit aufgetauter Eukalyptuszweige in der Handfläche ist in diesen Momenten manchmal das Einzige, was sich noch echt anfühlt. Es hilft, solange die Stiele in meiner Hand liegen, und dann hört es einfach auf zu helfen, sobald die Vase auf dem Tisch steht.

Genau dasselbe passiert manchmal in einer Trommelreise: Ich sitze, warte, und es kommt nichts. Keine Bilder, kein Krafttier, kein Gefühl von Bewegung -- nur Stille im Raum und die Frage, ob ich es falsch mache.

Trauer verläuft bei mir sowieso nicht in einer geraden Linie, eher wie welke Stiele, die man erst abschneiden muss, bevor die Blume wieder Wasser zieht -- das ist auch, was ich über Vergebung durch Rituale gelernt habe: Nicht jedes Gefühl kommt auf Kommando, und das ist kein Versagen.

Reaktionen aus meinem Umfeld

Meine alte Berufsfreundin Romy, die heute einen eigenen Laden in Oldenburg führt, findet es bis heute kaum zu glauben, wenn ich von Trommelreisen erzähle. Sie fragt trotzdem nach, jedes Mal.

Im Laden hat sich am Bindetisch manches leise verschoben, mehr würde ich nicht behaupten. Wenn am Samstag alle gleichzeitig weiße Rosen wollen und die Glocke über der Tür im Minutentakt schlägt, nutze ich manchmal ein Huna-Prinzip aus dem Kurs A TOUCH OF ALOHA, um kurz durchzuatmen, bevor ich weiterarbeite. Das ist meine eigene Version von energetischer Reinigung von Räumen -- erst mich selbst klären, dann die Blumen für die Kundin.

Moleskine-Tagebuch mit gepresster Pfingstrose als Teil eines spirituellen Tagebuchs zur Schamanismus-Ausbildung.

Mein Moleskine mit den gepressten Blüten wächst nebenbei weiter -- ein eigenes spirituelles Tagebuch, aber eine andere Geschichte als diese hier. Was bleibt, ist die innere Leere nach dem Todesfall meiner Mutter, die sich langsam anders füllt -- nicht ersetzt, nur anders.

Kein Ersatz für einen Arztbesuch

Schamanische Ausbildungen, Rituale und spirituelle Online-Programme sind für mich persönliche Erfahrungsräume. Sie ersetzen keine Psychotherapie, keine psychiatrische Diagnostik und keinen Hausarztbesuch, wenn die Symptome anhalten oder die Trauer sich verkompliziert.

Manches davon berührt, was andere Schattenarbeit nennen -- dunklere Gefühle ansehen, ohne sie sofort wegzuräumen. Auch das bleibt bei mir Übung, kein Können.

Die Katze Zwetschge schläft auf dem Fensterbrett, während Gedanken zu Trauerarbeit und energetischer Heilung nachwirken.

Ich mache trotzdem weiter, ohne zu wissen, wo das am Ende hinführt. Wenn dich interessiert, wie sich die ersten Monate bei mir angefühlt haben, kannst du hier meine Power of Love Online Ausbildung Erfahrungen nachlesen, und wenn dich das Programm selbst neugierig macht, findest du es unter POWER OF LOVE.

Zwetschge schläft inzwischen wieder auf dem Fensterbrett, und der Laden riecht nach frisch geschnittenem Eukalyptus. Mehr Antwort habe ich heute nicht.

Wichtig: Dieser Blog dokumentiert meine persönliche Reise als Floristin. Ich bin keine Ärztin, Psychologin oder Heilpraktikerin. Meine Erfahrungen mit energetischer Arbeit ersetzen keine medizinische Behandlung. Bitte konsultiere bei gesundheitlichen oder psychischen Problemen immer einen qualifizierten Fachmann.
Mal kurz:
Keine der Informationen auf dieser Website stellt eine medizinische, rechtliche oder finanzielle Beratung dar. Alle Inhalte basieren auf persönlicher Erfahrung. Wenden Sie sich an einen qualifizierten Fachmann für eine auf Ihre Situation zugeschnittene Beratung.

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