
Es ist Sonntagabend, der 7. Juni 2026, und das Licht im Viertel hat diese ganz besondere, goldblaue Färbung, die es nur kurz vor der Sommersonnenwende gibt. Ich sitze am Küchentisch, vor mir eine Vase mit den ersten Pfingstrosen der Saison – sie sind so schwer und prall, dass sie fast das Glas sprengen wollen. Zwetschge liegt auf dem Fensterbrett und beobachtet eine Motte, während ich mein Moleskine aufschlage. Es ist jetzt vier Monate her, dass ich mich für das Online-Programm angemeldet habe, und heute Abend fühlt sich der Riss in mir zum ersten Mal nicht mehr wie ein Abgrund an, sondern wie eine Narbe, die bei Wetterumschwung nur noch leise zieht.
Bevor ich dir mehr erzähle: Ein kleiner Hinweis, wie wir es unter Freunden handhaben. In meinen Texten findest du Links zu den Kursen, die ich selbst besuche und für die ich mein Geld aus dem Laden ausgebe. Wenn du darüber etwas buchst, erhalte ich eine Provision – für dich bleibt der Preis natürlich genau gleich. Aber bitte denk dran: Ich bin eine Floristin, keine Ärztin oder Therapeutin. Ich habe keinerlei medizinische Ausbildung. Bei schwerer Trauer oder gesundheitlichen Themen such dir bitte unbedingt professionelle Hilfe bei einem Arzt oder einer Psychotherapeutin. Hier kannst du mehr über meine Erfahrungen und die Kosten lesen.
Ein leerer Raum und das Flüstern der Stiele
Seit meine Mutter Ingrid im März 2024 an Bauchspeicheldrüsenkrebs starb, war da diese Stille. Nicht die schöne Stille nach Feierabend, sondern eine, die sich anfühlte wie ein Laden ohne Blumen – kalt, gefliest, funktional. Ich dachte, ich kenne Trauer. Ich binde seit dreizehn Jahren Kränze für die Kapelle am Riensberger Friedhof. Aber als es Ingrid war, halfen mir die Symbole nicht mehr. Ich stand im August 2024 zum ersten Mal in Worpswede bei dieser Schamanin, weil eine Stammkundin es mir geflüstert hatte, während ich ihr Ranunkeln einwickelte. Diese zwei Stunden für 120 Euro haben etwas verschoben, was ich mit Worten nicht greifen konnte.
Warum ich jetzt, im Jahr 2026, mitten in einer einjährigen Ausbildung stecke, obwohl ich nie vorhabe, eine Praxis zu eröffnen? Weil ich gemerkt habe, dass ich die Sprache der Heilung für mich selbst lernen muss. Ich will keine Visitenkarten mit 'Energetische Heilerin' drucken lassen. Ich will einfach nur die Frau sein, die ihre Blumen bindet und dabei nicht das Gefühl hat, dass ihre eigene Lebenskraft irgendwo zwischen den weggeworfenen Rosenstielen im Abfall landet. Ich lerne das für die Momente, in denen ich am Bindetisch stehe und spüre, dass eine Kundin mehr braucht als nur ein paar Zweige Eukalyptus – und damit ich dann nicht selbst leer laufe.

Die Logik der Pfingstrose
In der Ausbildung, besonders im Programm POWER OF LOVE, geht es viel um die 13 Clanmütter und die weibliche Urkraft. Am Anfang dachte ich: Helene, das ist zu viel für eine nüchterne Bremerin. Aber dann habe ich es mit meinen Blumen verglichen. Eine Pfingstrose braucht extrem viel Kraft, um sich aus dieser harten, kleinen Kugel zu entfalten. Wenn der Energiefluss im Stiel blockiert ist, verkommt sie zur Mumie. Energetische Heilung ist für mich nichts anderes als die Arbeit an den unsichtbaren Leitungsbahnen.
Letzten Dienstag hatte ich so einen Moment, wo gar nichts ging. Ich sollte eine Übung zur Ahnenarbeit machen, eine Verbindung zu Ingrid aufbauen. Ich saß auf meinem Meditationskissen, Zwetschge starrte mich an, und ich fühlte... nichts. Nur die Kälte im Rücken und den Ärger darüber, dass ich monatlich rund 240 Euro für einen Online-Kurs bezahle, während ich im Laden eigentlich neue Regale bräuchte. Ich wollte aufstehen, abbrechen, den Laptop zuklappen. Ich fühlte mich albern. Eine 41-jährige Frau, die mit geschlossenen Augen in einer Altbauwohnung sitzt und versucht, mit ihrer toten Mutter zu sprechen, während draußen die Straßenbahn Linie 4 vorbeiquietscht.
Aber genau das ist der Punkt: Heilung ist kein schöner, glatter Strauß. Es ist oft die Arbeit im Dreck, mit kalten Händen und ohne Garantie, dass die Knospe morgen aufgeht. Ich habe an diesem Abend einfach nur Vergebung gelernt durch Rituale, die mir gezeigt haben, dass auch das 'Nichts-Fühlen' ein Teil des Weges ist. Ich bin kein Profi, ich bin Schülerin meines eigenen Schmerzes.
Wenn die Hände die Führung übernehmen
Interessanterweise verändert die Ausbildung meine Arbeit im Laden. Manchmal, wenn ich jetzt einen Strauß binde, spüre ich dieses Kribbeln in den Handflächen, von dem Thomas Young in seinen Sessions spricht. Es ist, als ob die Blumen mir sagen würden, wo sie hinwollen. Das klingt vielleicht esoterisch, aber frag mal einen alten Gärtner – der weiß auch, welche Pflanze neben welcher stehen will, ohne es wissenschaftlich zu begründen.
Ich nutze inzwischen oft die Huna-Prinzipien, die ich im Kurs A TOUCH OF ALOHA vertiefe, um im stressigen Samstagsgeschäft nicht den Kopf zu verlieren. Wenn die Messingglocke an der Tür im Minutentakt geht und alle gleichzeitig weiße Lilien wollen, atme ich kurz in mein Herzzentrum. Das ist meine Art der energetischen Reinigung von Räumen – ich kläre erst mich selbst, bevor ich die Blumen für die Kunden kläre.

Das Tagebuch der getrockneten Momente
Mein Moleskine ist inzwischen dick geworden. Über dreißig gepresste Blüten liegen zwischen den Seiten. Für die schwierige Woche im Mai, als ich fast hingeschmissen hätte, habe ich einen vertrockneten Eukalyptuszweig eingeklebt. Er erinnert mich daran, dass Festigkeit auch aus der Trockenheit kommen kann. Letzten Sonntag habe ich eine leuchtend blaue Anemone gepresst. Sie steht für die Klarheit, die ich in einer Trommelreise gefunden habe – ein kurzer Moment, in dem ich Ingrid lachen hörte, ganz deutlich, über das Quietschen der Straßenbahn hinweg.
Ich weiß immer noch nicht, was ich am Ende des Jahres mit diesem Wissen anfange. Werde ich Kurse geben? Sicher nicht. Werde ich mich 'Heilerin' nennen? Nein. Aber ich merke, wie die innere Leere nach dem Todesfall meiner Mutter langsam mit etwas anderem gefüllt wird. Nicht mit Ersatz, sondern mit einer neuen Form von Präsenz. Es ist wie bei einem Garten im Winter: Man sieht nichts, aber unter der Erde passiert alles.
Manchmal fragen mich Kunden, warum ich so entspannt wirke, obwohl der Laden voll ist. Ich lächle dann meistens nur und verkneife mir den Satz: 'Weil ich heute Morgen schon auf einer hawaiianischen Insel meditiert habe, während meine Katze meinen Tee umschmeißen wollte.' Die Ausbildung ist mein privater Anker. Ein Investment in mich selbst, das sich nicht in Euro und Cent auf dem Konto niederschlägt, sondern in der Tiefe meines Atems beim Binden.

Kein Ersatz für die Medizin, aber Balsam für die Seele
Wenn du selbst gerade an einem Punkt stehst, an dem du merkst, dass die klassischen Wege dir nicht mehr reichen, schau dir diese Programme ruhig an. Es muss nicht gleich die große Ausbildung sein, manchmal reicht ein kleiner Impuls. Aber sei ehrlich zu dir selbst: Es ersetzt keinen Arztbesuch. Wenn du merkst, dass deine Trauer dich erdrückt oder du dich körperlich krank fühlst, geh bitte zu einem Profi. Ein Online-Kurs kann eine wunderbare Ergänzung sein, aber er ist kein Wunderheilmittel für klinische Diagnosen.
Ich für meinen Teil mache weiter. Morgen kommen die Pfingstrosen in Bio-Qualität aus dem Umland, und ich freue mich darauf, sie anzufassen. Ich freue mich darauf, zu spüren, ob meine Hände heute wieder dieses Kribbeln haben. Wenn du neugierig bist, wie die ersten acht Wochen bei mir verlaufen sind, kannst du hier meine Power of Love Online Ausbildung Erfahrungen nachlesen.
Vielleicht ist das die größte Heilung von allen: Zu akzeptieren, dass wir nicht alles reparieren müssen. Manchmal reicht es, den Blumen beim Wachsen zuzusehen und zu wissen, dass man Teil desselben großen Flusses ist. Wer weiß, vielleicht ist das Programm POWER OF LOVE auch für dich ein Weg, diesen Fluss wieder zu spüren. Es ist teuer, ja. Es ist intensiv. Aber für mich ist es jeden Cent wert, weil es mir meine Mutter auf eine Weise zurückgegeben hat, die kein Grabstein jemals könnte.
Jetzt lösche ich das Licht. Zwetschge schläft schon tief. Morgen um sechs fahre ich zum Großmarkt, und ich weiß jetzt schon: Ich werde mir eine einzige, perfekte Blume nur für mein Tagebuch aussuchen.
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