
Draußen peitscht der Aprilregen gegen das Schaufenster meines Ladens im Viertel, und drinnen riecht es nach feuchter Erde und dem herben Duft von frischem Eukalyptus. Zwetschge hat sich auf ihrem Platz auf dem Küchenfensterbrett zusammengerollt, ein kleiner, schildpattfarbener Fellball, der von all dem hier nichts mitbekommt. Ich sitze vor meinem Laptop, das blaue Licht spiegelt sich in meiner Teetasse, und starre auf die Abbuchung von meinem Konto: 266,67 Euro.
Das ist viel Geld für eine Floristin, die jeden Stiel einzeln in die Hand nimmt. Es ist ein Betrag, für den ich viele Sträuße binden muss. Und doch ist es die dritte Rate für mein einjähriges Online-Programm, in das ich im Februar 2026 gestartet bin. In Momenten wie diesen frage ich mich, ob ich den Verstand verloren habe – oder ob ich ihn gerade erst finde.
Hinweis: In diesem Text teile ich meine ganz persönlichen Erlebnisse. Er enthält Affiliate-Links – wenn du darüber etwas buchst, erhalte ich eine Provision, ohne dass es für dich teurer wird. Ich empfehle hier nur, was ich selbst für mich nutze und bezahle. Bitte bedenke, dass ich keine Therapeutin bin. Wenn du unter schweren Depressionen oder komplizierter Trauer leidest, wende dich bitte an einen Arzt oder eine psychotherapeutische Praxis. Eine Ausbildung wie diese ist ein wunderbares Werkzeug zur Selbsterfahrung, aber kein Ersatz für medizinische Hilfe.
Die Stille nach dem März 2024
Seit meine Mutter Ingrid im März 2024 starb, ist in mir ein Raum leer geworden, den ich mit nichts füllen konnte. Ich dachte, ich wüsste, wie Trauer funktioniert. Ich binde seit dreizehn Jahren Trauerkränze, stecke Schleifen, höre die Geschichten der Hinterbliebenen. Aber als es Ingrid traf – Bauchspeicheldrüsenkrebs, sieben Wochen von der Diagnose bis zum letzten Atemzug –, half mir mein Handwerk nicht mehr. Die Kränze waren nur noch Blumen, die welkten.
Ich suchte nach etwas, das tiefer geht. Nach dem ersten Besuch bei einer Schamanin im künstlerischen Worpswede im August 2024 fing etwas an zu schwingen. Seit Anfang 2025 fahre ich einmal im Monat dorthin zu einem Frauenkreis. Aber ich merkte: Ich brauche eine Struktur. Etwas, das mich durch das ganze Jahr trägt, auch wenn ich abends mit schmerzenden Gelenken aus dem Laden komme. So landete ich beim Jahresprogramm Power of Love.
Zwischen Bindetisch und Clanmüttern
Die Ausbildung basiert auf den Weisheiten der 13 Clanmütter. Jeden Monat widmen wir uns einer anderen Qualität. Mittlerweile habe ich drei Module abgeschlossen. Es ist eine seltsame Mischung aus modernem Online-Kurs und uraltem Wissen. Manchmal fühlt es sich schwer an, fast klebrig, wenn ich versuche, nach zehn Stunden im Laden noch eine Trommelreise zu machen.
Letzte Woche hatte ich einen dieser Momente, in denen alles schiefging. Ich wollte im Hinterzimmer des Ladens einen heiligen Raum halten, eine kleine Zeremonie für die aktuelle Clanmutter. Ich hatte gerade mein Rauchbündel angezündet, als die Messingglocke an der Tür schrillte. Eine Lieferung von 500 Stielen Eukalyptus kam viel zu früh. Ich sprang auf, löschte hastig den Salbei und schnauzte den Fahrer an, weil er die Kisten so unsanft abstellte. Mein Herz raste, und ich fühlte mich wie eine Betrügerin. Wo war die Liebe, die das Programm verspricht? In diesem Moment war da nur Stress und ein schlechtes Gewissen gegenüber meinem Kontostand.
Ich habe in mein Moleskine-Notizbuch geschrieben: Heilung ist nicht sauber. Sie ist matschig wie der Abfall unter meinem Bindetisch.
Warum ich trotzdem weitermache
Warum zahle ich also insgesamt 3200 Euro für ein Jahr, wenn ich doch zwischendurch den Lieferanten anschnauze? Weil sich etwas verändert hat, das ich nicht in Zahlen messen kann. Wenn ich morgens die Blumen in die Vasen stelle und das eiskalte Wasser an meinen Knöcheln spüre, rezitiere ich manchmal im Stillen die Lehren der aktuellen Clanmutter. Es ist, als würde ich ein zweites Skelett in mir aufbauen, eines, das mich stützt, wenn die Erinnerung an Ingrid mich wieder umwerfen will.
Ich höre Ingrids Stimme oft in meinem Kopf. Sie würde das alles hier wahrscheinlich Humbug nennen. Sie war eine Frau der Fakten, der harten Arbeit. Und doch fühle ich mich ihr bei den Trommelreisen näher als an ihrem Grab auf dem Riensberger Friedhof. Es ist, als würde ich durch diese Ausbildung eine Sprache lernen, die sie zwar nicht sprach, aber deren Echo sie mir hinterlassen hat.
Ein wichtiger Punkt für mich war die Entscheidung für die monatliche Ratenzahlung von 266,67 Euro. Es ist eine bewusste Investition in mich selbst. Früher hätte ich das Geld für neue Vasen oder eine schickere Markise ausgegeben. Heute weiß ich: Wenn ich innerlich leer bin, hilft auch der schönste Laden nicht. Wer mehr über meine ersten Schritte nach dem Verlust lesen möchte, findet hier meine Gedanken zur Trauerbewältigung wenn die Mutter verstorben ist.
Ein Moment der Klarheit im April
Mitte April, während einer geführten Meditation des Programms, passierte etwas Seltsames. Ich saß auf meinem Meditationskissen, Zwetschge schnarchte leise neben mir, und plötzlich spürte ich eine scharfe, plötzliche Hitze in meinem Solarplexus. Es tat nicht weh, aber es war so intensiv, dass ich meinen Stift fallen ließ und einfach nur zehn Minuten lang atmen musste. In diesem Moment wusste ich: Es passiert etwas. Die 800,01 Euro, die ich bisher insgesamt investiert habe, sind kein verlorenes Geld. Sie sind das Ticket für eine Reise zu mir selbst, die ich mir vorher nie erlaubt hätte.
Es ist ein bisschen wie beim Binden eines großen Straußes. Man fängt mit ein paar grünen Zweigen an, und es sieht erst einmal nach nichts aus. Man fügt Blumen hinzu, nimmt sie wieder raus, ärgert sich über einen abgeknickten Stiel. Erst wenn man einen Schritt zurücktritt, sieht man das Ganze. Ich bin gerade noch mitten im Stecken der Stiele.
Das gepresste Zeichen
Heute Abend habe ich eine Ranunkel in mein Moleskine gepresst. Sie steht für die Zartheit, die ich mir gerade wieder erlaube. Ich habe noch eine Restschuld von 2399,99 Euro vor mir, und ja, das ist eine finanzielle Belastung, die mich zwingt, genauer hinzusehen, welche Blumen ich einkaufe und wie ich meinen Alltag strukturiere. Aber diese Kosten sind für mich auch ein Anker. Sie erinnern mich jeden Monat daran, dass ich mir wichtig genug bin, um diesen Weg weiterzugehen.
Falls du auch an einem Punkt stehst, an dem du dich fragst, ob eine solche Ausbildung das Richtige für dich ist, habe ich hier meine Gedanken zu den Kosten einer spirituellen Ausbildung aufgeschrieben. Es geht nicht nur um das Geld auf dem Papier, sondern um den Wert, den wir uns selbst beimessen.
Vielleicht ist es am Ende so: Wir kaufen nicht einfach einen Kurs. Wir kaufen uns die Erlaubnis, uns ein Jahr lang mit unseren tiefsten Fragen zu beschäftigen. Und für mich ist das Programm Power of Love genau der Rahmen, den ich brauche, um zwischen den Blumen in meinem Laden nicht nur zu funktionieren, sondern langsam wieder zu blühen. Ich weiß immer noch nicht, was ich am Ende damit anfangen werde. Aber ich fange an zu glauben, dass etwas in mir heilbar ist. Ganz langsam.
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