Es ist dieser eine Moment am frühen Mittwochmorgen, wenn die erste Kiste mit korallenfarbenen Pfingstrosen eintrifft und der ganze Laden nach diesem schweren, süßen Versprechen riecht. Während ich die Stiele anschnitt, vibrierte mein Handy in der Schürzentasche – die Abbuchung meiner Bank. 266,67 Euro. Es ist das vierte Mal in diesem Jahr, dass dieser Betrag mein Konto verlässt, und für eine Sekunde hielt ich inne, das Messer noch in der Hand, und fragte mich, was Ingrid wohl dazu sagen würde.
Bevor ich dir mehr von meinen Sonntagen und den Nächten am Küchentisch erzähle, ein kleiner Hinweis: Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn du über diese Links etwas kaufst, erhalte ich eine Provision, für dich ändert sich am Preis rein gar nichts. Ich teile hier nur Kurse und Ausbildungen, die ich selbst gebucht und bezahlt habe – die fest in meinem Moleskine-Tagebuch verankert sind. Bevor du selbst einen größeren Betrag – vielleicht über 1000 Euro – investierst, lies dir bitte die Bedingungen beim Anbieter in Ruhe durch. Ich bin Floristin, keine Rechtsberaterin. Hier ist meine Offenlegung.
Das Erbe von Ingrid und die Suche nach dem Raum
Meine Mutter Ingrid hätte vermutlich die Stirn gerunzelt. Sie war eine Frau der harten Fakten, der Gartenarbeit und der Sparsamkeit. „Helene“, hätte sie gesagt, während sie im März 2024 die letzten Narzissen betrachtete, „das ist fast eine ganze Monatsmiete für den Laden. Davon könnte man viele Eimer Wasser füllen.“ Aber Ingrid ist nun seit über zwei Jahren nicht mehr da, und ich merke, dass die Lücke, die sie hinterlassen hat, sich nicht mit Sparsamkeit füllen lässt.
Ich bin jetzt im vierten Monat meines Online-Programms /ref/power-of-love. Insgesamt kostet mich dieses Jahr rund 3200 Euro. Wenn man das so schwarz auf weiß sieht, klingt es für eine kleine Ladenbesitzerin im Bremer Viertel, die abends oft die Ein-Euro-Stücke zählt, fast leichtsinnig. Aber nach den ersten Monaten fange ich an zu begreifen: Ich bezahle nicht für ein Zertifikat, das ich mir nie an die Wand hängen werde. Ich bezahle für einen Raum, den ich mir selbst im Alltag zwischen Bindegrün und Rechnungen niemals zugestehen würde.
In meinem Moleskine liegen inzwischen 26 getrocknete Blüten. Die Pfingstrose von gestern Abend ist noch frisch zwischen den Seiten, ihr Saft hat das Papier ganz leicht gewellt. Sie steht für diesen einen Moment in der letzten Schamanischen Reise für Anfänger, in dem ich nicht versucht habe, alles zu verstehen, sondern einfach nur da war.
Warum die Stille im Viertel manchmal zu laut ist
Man sagt oft, man solle einfach meditieren, wenn es schwierig wird. Aber weißt du, wie sich Stille anfühlt, wenn man den ganzen Tag in einem Blumenladen steht? Es ist keine sanfte Stille. Ich bin den ganzen Tag wie ein Schwamm. Ich binde den Strauß für die erste große Liebe, die weiße Lilie für den Sarg, das bunte Etwas für den „Es-tut-mir-leid“-Moment. Ich nehme all diese Energien auf, ohne es zu wollen.
Wenn ich dann abends in meiner Wohnung sitze und Zwetschge, meine Katze, leise schnarchend auf dem Fensterbrett liegt, ist mein Nervensystem oft noch so auf Empfang geschaltet, dass bloßes Stillsitzen mich eher unruhig macht. Ich brauche keine passive Ruhe, ich brauche eine Form der aktiven Erdung. Das ist es, was ich in der schamanischen Arbeit lerne: Es geht nicht darum, die Welt auszusperren, sondern die Energie, die ich den Tag über gesammelt habe, bewusst wieder in den Boden fließen zu lassen. Manchmal hilft mir dabei die Heilung des inneren Kindes, die in der Ausbildung ein großes Thema ist.
Manche nennen das energetische Reinigung oder Ahnenarbeit. Für mich fühlt es sich eher so an, als würde ich nach einem langen Samstag die schmutzigen Wassereimer im Laden auskippen und mit frischem, klarem Wasser füllen. Wenn die Trommel durch meine Kopfhörer dröhnt, ist das ein Rhythmus, der mein eigenes Herz daran erinnert, dass es für mich schlägt – und nicht für die Kundschaft, die an der Messingglocke zieht.
Die Clanmütter und der Moment, der nicht funktionierte
Diesen Monat ging es in der Ausbildung um die Weisheit der 13 Clanmütter. Ein schamanisches Konzept, das die weibliche Kraft und die Ahnenlinie ehrt. Es gab einen Abend, da saß ich mit meinem Laptop am Küchentisch, ein Tee stand neben mir, und draußen peitschte der Mai-Regen gegen die Scheiben. Die Lehrerin sprach über die „Mutter aller Dinge“, und ich sollte mir vorstellen, wie Ingrid hinter mir steht und ihre Hände auf meine Schultern legt.
Ich habe die Übung abgebrochen. Ich konnte es nicht. Alles, was ich spüren konnte, war die Kälte des Zimmers im Hospiz damals im März 2024. Ich saß da, starrte auf den Bildschirm und fühlte mich wie eine Betrügerin. Warum gebe ich so viel Geld aus, wenn ich nicht einmal eine einfache Visualisierung schaffe? Ich habe das Notebook zugeklappt, Zwetschge auf den Schoß genommen und geweint, bis die Kerze auf dem Tisch fast abgebrannt war.
Aber genau das ist der Punkt: Spirituelle Ausbildung Erfahrungen bedeuten eben auch, zu akzeptieren, dass man nicht jeden Schritt sofort mitgehen kann. Manchmal ist das Putzen der Vasen am nächsten Morgen die einzige spirituelle Arbeit, zu der ich fähig bin. Und das Programm gibt mir den Rahmen, genau das zu akzeptieren, ohne mich als Versagerin zu fühlen.
Lohnt sich die Investition?
Ich werde oft gefragt, ob man das nicht auch kostenlos auf YouTube haben kann. Wahrscheinlich schon. Aber für mich ist diese monatliche Ratenzahlung von 266,67 Euro wie eine Verpflichtung mir selbst gegenüber. Wenn ich nichts bezahlen würde, würde ich die Übungen schleifen lassen, sobald die erste große Lieferung Rosen für den Muttertag kommt. Das Geld ist mein Anker. Es sagt mir: Deine Seele ist es wert, dass du für sie arbeitest, genauso wie du für deine Miete arbeitest.
Ich bin keine Heilerin. Ich werde wahrscheinlich nie eine Praxis eröffnen oder Menschen beraten. Aber ich merke, dass ich anders binde. Ich nehme die Blumen anders in die Hand. Ich bin präsenter. Wenn eine Kundin reinkommt, die gerade ihre Mutter verloren hat, dann halte ich ihren Blick eine Sekunde länger aus, ohne wegzuschauen. Das ist das, was die Ausbildung mit mir macht – sie macht mich belastbar in meiner Weichheit.
Falls du selbst nach einem Weg suchst, der dich durch eine Zeit der Veränderung trägt, schau dir das Jahresprogramm /ref/power-of-love an. Es ist ein langsamer, stetiger Weg. Wenn du etwas suchst, das vielleicht einen anderen kulturellen Fokus hat, gibt es auch /ref/a-touch-of-aloha, das ebenfalls von Thomas Young geleitet wird. Für mich war aber die Tiefe der Clanmütter entscheidend, weil ich nach Ingrids Tod diese weibliche Ahnenkraft so dringend gebraucht habe.
Ein kleiner Rat von der Werkbank
Wenn du dich für so eine Reise entscheidest, sei ehrlich mit dir. Wenn du merkst, dass die Übungen dich eher belasten als befreien, dann nimm dir Pausen. Und bitte: Wenn du spürst, dass deine Trauer oder deine Gedanken zu dunkel werden, such dir professionelle Hilfe bei einem Arzt oder einer Psychotherapeutin. Schamanische Arbeit ist eine wunderbare Ergänzung für die Seele, aber sie ersetzt keine medizinische Behandlung. Ich bin selbst oft genug an dem Punkt, wo ich weiß, dass meine Trommel allein nicht reicht, um den Schmerz zu lindern.
Jetzt ist es fast Zeit, den Laden abzuschließen. Die Glocke wird noch ein paar Mal gehen, bevor ich nach Hause gehe. Ich werde heute Abend eine Anemone in mein Moleskine pressen – für die Klarheit, die langsam, ganz langsam, in mir wächst. 26 Blüten. Wer weiß, wie viele es am Ende des Jahres sein werden.
Alles Liebe aus dem Viertel,
Helene
Diese Webseite dient ausschließlich der Information und Unterhaltung. Ich bin Floristin, keine Ärztin, Finanzberaterin oder Therapeutin. Bitte hole dir professionellen Rat, bevor du Entscheidungen zu deiner Gesundheit oder deinen Finanzen triffst.
Diese Webseite dient ausschließlich der Information und Unterhaltung. Ich bin kein Arzt, Finanzberater oder Anwalt. Holen Sie sich professionellen Rat, bevor Sie Entscheidungen zu Gesundheit oder Finanzen treffen.