Das Bluetentagebuch

Power of Love Ausbildung Erfahrungen: Wie sich mein Umgang mit Kunden wandelt

Es ist ein später Nachmittag im Juni 2026, und das Licht fällt schräg durch die hohen Fenster meines Ladens im Viertel, genau auf die schiefen Holzregale. Ich binde gerade einen Trauerkranz – weiße Lilien, viel Schleierkraut und ein paar Zweige Eukalyptus. Dabei merke ich etwas Seltsames: Zum ersten Mal seit den 13 Jahren, die ich diesen Laden nun führe, nehme ich nicht nur die Blumen wahr, sondern den Raum dazwischen. Diese Stille, die mitschwingt, wenn ich einen Stiel kürze.

Bevor ich dir erzähle, wie sich mein Blick auf die Kunden verändert hat, ein kleiner Hinweis: In meinen Texten findest du Affiliate-Links. Wenn du über diese Links etwas buchst, erhalte ich eine Provision, ohne dass es für dich teurer wird. Ich schreibe hier nur über Kurse, die ich selbst bezahle und besuche. Aber bitte denk daran: Ich bin keine Ärztin oder Therapeutin. Bei schweren Krisen oder tiefer Trauer ist der Gang zum Hausarzt oder einer Psychotherapeutin immer der erste und wichtigste Schritt. Meine Erfahrungen sind rein persönlicher Natur.

Der Start im Spätwinter: Wenn das Herz ja sagt, aber der Kopf rechnet

Ende Februar habe ich mich für das POWER OF LOVE Jahresprogramm angemeldet. Es war eine Bauchentscheidung, die ich mir eigentlich gar nicht leisten konnte – die monatlichen Raten sind für eine kleine Floristin wie mich ein echter Brocken. Aber seit Ingrid im März 2024 starb, war da dieses Loch. Die monatlichen Treffen im Frauenkreis in Worpswede hatten etwas in Bewegung gebracht, aber ich brauchte eine Struktur für meinen Alltag zwischen Wasserbecken und Bindedrähten.

Das Programm basiert auf der Weisheit der 13 Clanmütter. In den ersten Wochen fühlte es sich noch sehr abstrakt an. Da saß ich abends in meiner Altbauwohnung, Zwetschge schnurrte auf meinem Schoß – sie ist mit ihren 15 Jahren inzwischen sehr ruhig geworden –, und versuchte, mich auf die Online-Lektionen einzulassen. Der Kontrast war hart: tagsüber die sehr erdige, oft schmutzige Arbeit im Laden, abends die feinstoffliche Welt von Thomas Young, der übrigens seit über 20 Jahren als Autor und Lehrer tätig ist.

Detailaufnahme von Händen, die Blumenstiele in eine Vase mit Wasser stellen.

Das kühle Wasser und die zweite Clanmutter

Ein Moment im April ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Es war ein grauer Vormittag, und ich musste Dutzende Vasen reinigen. Ich spürte das kühle, fast schleimige Gefühl der Blumenstiele in der Hand, während ich im Geist die Lektion der zweiten Clanmutter durchging. Es ging um das Hören der Wahrheit. Während ich das trübe Wasser ausgoss, fragte ich mich, wie oft ich meinen Kunden eigentlich wirklich zuhöre und wie oft ich nur eine professionelle Maske trage.

In dieser Phase habe ich auch angefangen, meine Übungen zur Intuition zu stärken direkt beim Binden anzuwenden. Wenn eine Kundin reinkommt und nach „etwas Nettes für die Schwiegermutter“ fragt, versuche ich heute, einen Moment länger innezuhalten. Ich greife nicht mehr blind zur erstbesten Rose. Ich warte, bis sich mein innerer Raum weitet. Das dauert manchmal nur drei Sekunden länger, aber die Wirkung ist enorm.

Wenn die Spiritualität im Alltag baden geht

Es klappt natürlich nicht immer alles so sanft und lichtvoll. Letzte Woche wollte ich eine Live-Session auf meinem Tablet in der kleinen Ladenküche verfolgen. Ich hatte mir extra Notizen gemacht, wollte tief eintauchen – und dann passierte es. Zwetschge, die normalerweise nur schläft, hatte einen ihrer seltenen „fünf Minuten“ und sprang auf die Anrichte. Sie warf eine Vase mit Pfingstrosen um, und das ganze Blumenwasser ergoss sich über mein Moleskine-Notizbuch und mein Tablet.

Ich saß da, die Technik streikte, die Notizen waren verschwommen, und ich fluchte wie eine Kesselflickerin. In diesem Moment fühlte ich mich meilenweit entfernt von jeder „Power of Love“. Aber genau das ist es wohl: Die Ausbildung findet nicht im luftleeren Raum statt, sondern genau hier, im Chaos zwischen nassen Papieren und einer Katze, die mich unschuldig ansieht. Ich habe darüber auch schon in meinem Bericht nach den ersten acht Wochen geschrieben – es ist ein ständiges Stolpern und Wiederaufstehen.

Ein Tablet mit einem Online-Kurs auf einem Küchentisch, während eine Katze eine Vase umstößt.

Der messbare Wandel: Warum Empathie sich „rechnet“

Nach nun etwa fünf Monaten im Programm bemerke ich eine Veränderung, die ich anfangs gar nicht auf dem Schirm hatte. Mein Umgang mit den Kunden ist weicher geworden. Früher war ich oft im „Abarbeitungs-Modus“, besonders wenn die Messingglocke an der Tür im Minutentakt ging. Heute merke ich manchmal ein plötzliches Zittern in den Händen, wenn ich aus einer meditativen Stille im Hinterzimmer zurück in den Laden muss, aber ich bleibe präsenter.

Hier ist eine interessante Beobachtung, die ich fast albern finde, die aber wahr ist: Diese langfristige emotionale Bindung, die ich jetzt durch eine tiefere, schamanisch geprägte Empathie zu meinen Kunden aufbaue, erfordert zwar pro Gespräch mehr Zeit – vielleicht zwei oder drei Minuten mehr –, aber sie senkt langfristig meinen Stress bei der Kundenakquise. Die Leute kommen nicht mehr nur wegen der Blumen. Sie kommen, weil sie sich in meinem Laden „gehalten“ fühlen. Die Empfehlungsrate bei meinen Stammkunden ist spürbar gestiegen, einfach weil ich nicht mehr nur Floristin bin, sondern jemand, der den Raum für ihre Geschichten hält.

Ich frage mich beim Binden einer Anemone oft, ob ich mir das nur einbilde. Aber wenn eine Kundin, die gerade ihren Mann verloren hat, weinend vor mir steht und ich nicht wegschaue, sondern einfach mit ihr atme, dann weiß ich: Das ist die Arbeit der Clanmütter in Aktion.

Eine einzelne blaue Anemone, die symbolisch für Klarheit im Blumenladen steht.

Ein Blick nach vorn: Pfingstrosen und neue Wege

Wir haben jetzt Mitte Juni. Die Pfingstrosenzeit neigt sich dem Ende zu, und ich habe gestern Abend eine besonders schöne, dunkelrote Blüte in mein Moleskine gepresst. Sie steht für die großen Momente, die kleinen Durchbrüche in der Ahnenarbeit, die wir gerade im Kurs behandeln. Es ist ein langsamer Weg. Ich weiß immer noch nicht genau, wo mich das alles hinführt, ob ich irgendwann selbst Kreise leiten werde oder ob ich einfach die Floristin bleibe, die ein bisschen mehr sieht als andere.

Manchmal schiele ich rüber zu Programmen wie A TOUCH OF ALOHA, weil mich der Hawaii-Spirit auch reizt, aber ich bleibe erst einmal bei meinen 13 Lehrerinnen. Das Jahr ist noch lang, und ich habe das Gefühl, ich fange gerade erst an zu verstehen, was es bedeutet, das Herz wirklich offen zu halten – auch wenn die Messingglocke mal wieder im falschen Moment läutet.

Wenn du auch spürst, dass da ein Raum in dir ist, der gefüllt werden möchte, schau dir das Power of Love Programm ruhig einmal an. Es ist keine Abkürzung, und es ist nicht immer bequem, aber für mich ist es derzeit der Anker, den ich nach Ingrids Tod so dringend gebraucht habe. Jetzt klappe ich mein Notizbuch zu, Zwetschge ist auf dem Fensterbrett eingeschlafen, und morgen früh warten die frischen Anemonen auf mich.

Mal kurz:
Keine der Informationen auf dieser Website stellt eine medizinische, rechtliche oder finanzielle Beratung dar. Alle Inhalte basieren auf persönlicher Erfahrung. Wenden Sie sich an einen qualifizierten Fachmann für eine auf Ihre Situation zugeschnittene Beratung.

Verwandte Artikel