Das Bluetentagebuch

Power of Love Online Ausbildung: Meine Erfahrungen nach den ersten acht Wochen

Die Frage, wie viel Struktur ein Trauerprozess braucht, um sich überhaupt zu bewegen, begleitet mich, seit ich mich für eine online geführte spirituelle Ausbildung entschieden habe, die mit den 13 Clanmüttern arbeitet. Was hier folgt, sind meine Power of Love Erfahrungen aus einer Zeit der Trauerbewältigung, in der ich dachte, ich kenne mich mit Verlust schon aus.

Hinweis vorweg: Ich verdiene eine Provision, wenn du dich über einen Link in diesem Text für POWER OF LOVE anmeldest – für dich wird es dadurch nicht teurer. Ich bin keine Therapeutin. Bei akuter Trauer wende dich bitte an deinen Hausarzt oder eine approbierte Psychotherapeutin.

Was eine spirituelle Ausbildung online wirklich leistet

Meine Mutter Ingrid ist im März 2024 an Bauchspeicheldrüsenkrebs gestorben, sieben Wochen nach der Diagnose. Ich binde seit 13 Jahren Trauerkränze in meinem eigenen Laden im Viertel, und trotzdem hat mich das nicht auf den eigenen Verlust vorbereitet. Seit Anfang 2025 fahre ich einmal im Monat zu einem kleinen Frauenkreis bei einer Schamanin in Worpswede, acht Frauen, eine Trommel, kein Zertifikat. Im Februar 2026 kam der nächste Schritt dazu: die POWER OF LOVE Ausbildung, ein einjähriges Online-Programm mit Thomas Young, aufgebaut auf den 13 Clanmüttern.

Konkret heißt das: Module zum Nachhören, geführte Meditationen mit Thomas Young als Stimme, und eine Erwartung von rund sechzig Minuten ungestörter Stille pro Tag, die in der Gruppe immer wieder besprochen wird. Was mich beim Übertragen der Modulinhalte in mein Notizbuch häufig begleitet, ist die Bedeutung von Blumen in der Trauerfloristik – eine Anemone für Klarheit, eine Pfingstrose für die großen Momente, gepresst zwischen den Seiten. Für Frauen mit kleinen Kindern ist die geforderte Stille oft ein Widerspruch, der sich in den Austausch-Runden deutlich zeigt – zwischen Windeln wechseln und Job ist eine Stunde ungestörte Zeit selten machbar. Bei mir ist es der Laden: zehn Stunden am Bindetisch stehen und danach noch aufnahmefähig sein, das ist eine andere Art von Anstrengung als am Schreibtisch.

Spirituelle Ausbildung im Alltag einer Floristin: Hände pressen eine blaue Anemone zwischen Tagebuchseiten

Reicht ein Bildschirm für das, was der Frauenkreis in Worpswede gibt?

Im Frauenkreis in Worpswede gibt es keinen Modulplan. Man sitzt, jemand schlägt die Trommel, und die Reise geht dorthin, wo sie gerade hin will – ohne Ansage, ohne Wiederholung in der Woche danach. Die strukturierte Ausbildung bringt angeleitete Reisen dagegen in einen ganz anderen Rahmen: mit Vorbereitung, mit Nachbesprechung, mit einer Uhrzeit im Kalender. Das verändert, was man von einer Sitzung erwartet, und manchmal auch, was man in ihr findet.

Die Online-Gruppe bei Power of Love nennt sich selbst nicht Frauenkreis, fühlt sich aber oft wie einer an, nur ohne Trommel im selben Raum, nur mit Kamerabildern von Frauen aus ganz Deutschland. Wer ein festes lokales Netzwerk mit denselben Gesichtern jeden Monat sucht, wird online eher enttäuscht: Diese Art von Bindung entsteht in einer Videokachel anders, manchmal gar nicht. Was mir hilft, ist etwas anderes: spirituelle Entwicklung im Alltag zu integrieren, etwa wenn ich vor dem Anschneiden der Stiele kurz innehalte, statt auf die eine perfekte Sitzstunde zu warten.

Acht Wochen zeigen, wie ehrlich ein Stundenplan mit einem Ladenalltag umgeht

Diese ersten acht Wochen sind vor allem ein Test für den eigenen Kalender, nicht für den eigenen Glauben. An einem ruhigen Morgen ziehe ich die Jalousien hoch, und das Licht fällt auf die alten Kupfereimer am Fenster. Für einen Moment sieht der ganze Laden so schön aus, dass ich vergesse, warum ich eigentlich gestresst hereingekommen bin. Solche Minuten sagen mir mehr über meinen Fortschritt als jede Zusammenfassung am Ende eines Moduls. Hinter der Glastür, die zur Kühlzelle hin ständig leicht beschlägt, hängt ein schwacher, fast süßlicher Hauch in der Luft, wenn die Lilien sich öffnen, und genau dort, zwischen kalten Eimern und der Messingglocke an der Tür, versuche ich, die Inhalte der Module überhaupt erst einzuordnen.

Wenn die Abbuchung für das POWER OF LOVE Programm auf dem Kontoauszug auftaucht, ziehe ich kurz die Luft ein – die monatliche Rate ist kein Betrag, den ich beiläufig wegstecke. Am Telefon wird meine alte Kollegin Romy Kähler jedes Mal ungläubig, wenn ich von Trommelreisen erzähle, bleibt aber neugierig genug, um nachzufragen, was in der nächsten Sitzung passiert. Mina, die samstags im Laden aushilft, bringt manchmal ihre Thermoskanne mit Fenchel-Zimt-Tee mit und fragt inzwischen öfter nach dem Programm, als ich erwartet hätte – sie schreibt gerade selbst über Rituale in der Trauerarbeit.

Frauenkreis-Ritual mit Trommel zwischen Eukalyptuszweigen im Bremer Blumenladen

Ein Wochenende im Kloster, das nichts gelöst hat

Bevor der Frauenkreis überhaupt zum Thema wurde, habe ich es mit einem Wochenende in einem Yogakloster in der Eifel versucht. Stille Mahlzeiten, feste Zeiten, ein Programm, das von außen nach genau der Struktur aussah, die mir angeblich fehlte. Ich bin am Sonntagnachmittag heimgefahren und habe im Auto geweint, ohne zu wissen, warum; nicht erleichtert, nicht ruhiger, nur leer auf eine andere Art als vorher. Das Kloster hat mir gezeigt, dass Struktur allein nichts bewegt, wenn niemand da ist, der mit dir durch das geht, was hochkommt.

Auch innerhalb des Online-Programms läuft nicht jede Übung glatt. In einer geführten Meditation bin ich am Laptop eingeschlafen, mitten im Satz von Thomas Young, weil die Beine vom Stehen im Laden schwerer waren als jede Absicht, wach zu bleiben. Zuerst habe ich mich dafür fast geschämt, als würde ich den Kurs falsch machen. Inzwischen sehe ich es nüchterner: Ein Format, das Erschöpfung nicht mit einplant, passt nicht zu jedem Beruf, der auf den Beinen stattfindet.

Wofür sich Power of Love eignet und wofür nicht

Wer nach acht Wochen wissen will, ob sich Power of Love lohnt, sollte sich zuerst fragen, welche Art von Rahmen überhaupt fehlt. Für Frauen, die einen festen Plan brauchen, um überhaupt anzufangen, und die mit einer Ratenzahlung gut leben können, ist die Struktur der Clanmütter ein echter Halt – genau das, was mir das Kloster nicht geben konnte. Für Frauen, die vor allem Menschen in derselben Stadt brauchen, mit denen sie sich nach der Sitzung noch auf einen Kaffee treffen können, ist ein reines Online-Format vermutlich die falsche Wahl, so gut die Inhalte auch sind. Wer stattdessen eher zu einem hawaiianischen Rahmen tendiert, findet bei demselben Trainer, Thomas Young, mit A TOUCH OF ALOHA ein zweites Programm – er bringt zwanzig Jahre Veröffentlichungsgeschichte als Bestsellerautor mit, aber der Jahrgang selbst ist neu, ohne abgeschlossene Durchläufe, auf die man sich stützen könnte.

Was am Ende bleibt, ist keine fertige Antwort auf meine Anfangsfrage, sondern eine Faustregel, die ich mittlerweile anwende: Ich prüfe bei jedem Angebot zuerst, ob es einen festen Rahmen gibt oder Freiheit verspricht, und wähle danach, was zu meinem eigenen Bedarf passt – nicht danach, was am lautesten beworben wird. Wenn du gerade überlegst, wie du deine innere Leere füllen kannst, nimm dir die Zeit, das für dich zu klären, bevor du eine Unterschrift unter ein Jahresprogramm setzt.

Bis zum nächsten Update aus dem Laden zwischen Blumenstaub und Modulseiten.

Alles Liebe aus Bremen,
Helene

Mal kurz:
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