Das Bluetentagebuch

Power of Love Online Ausbildung: Meine Erfahrungen nach den ersten acht Wochen

Es ist Sonntagabend in Bremen, der Regen peitscht gegen das Küchenfenster meiner Altbauwohnung im Viertel, und Zwetschge, meine 15 Jahre alte schildpattfarbene Katze, hat es sich auf dem Fensterbrett gemütlich gemacht. Vor mir liegt mein Moleskine, und ich halte eine getrocknete Pfingstrose in den Händen, die ich morgen zwischen die Seiten pressen werde – für die großen Momente, die mich diese Woche fast umgehauen haben.

Hinweis: In diesem Text erzähle ich von meinem ganz persönlichen Weg und verwende Affiliate-Links. Wenn du über diese Links eine Ausbildung buchst, erhalte ich eine Provision, ohne dass es für dich teurer wird. Ich teile hier nur Erfahrungen zu Programmen, die ich selbst bezahle und durchlebe. Bitte denke daran: Ich bin keine Therapeutin. Wenn dich deine Trauer erdrückt, such dir bitte Hilfe bei einem Arzt oder einer psychotherapeutischen Praxis. Bevor du dich für eine lange Ausbildung wie diese entscheidest, lies dir die Bedingungen beim Anbieter genau durch.

Warum eine Floristin plötzlich nach der Liebe sucht

Seit meine Mutter Ingrid im März 2024 an Bauchspeicheldrüsenkrebs starb – nur sieben Wochen nach der Diagnose –, war in mir dieser leere Raum. Ich dachte, ich kenne mich mit dem Tod aus, schließlich binde ich jeden Tag Kränze und Gestecke im Laden. Aber die Theorie hilft nicht, wenn das eigene Herz welkt. Nach einem Jahr im kleinen Frauenkreis in Worpswede habe ich mich im Februar 2026 getraut: Ich habe mich für das Online-Programm POWER OF LOVE angemeldet.

Jetzt sind die ersten acht Wochen um. Acht Wochen, in denen ich mich oft gefragt habe, was ich hier eigentlich mache, während ich tagsüber mit den Händen in kalter Erde und Blumenwasser stehe. Es ist ein 12-monatiges Programm, und die monatliche Rate ist etwas, das ich mir eigentlich kaum leisten sollte – aber ich spüre, dass Ingrid gewollt hätte, dass ich das Geld für mich ausgebe, statt für neue Regale im Laden.

Hände einer Floristin, die eine blaue Anemone in ein Tagebuch pressen.

Die 13 Clanmütter und der Bindetisch

In den ersten Modulen begegnen uns die 13 Clanmütter. Das ist kein theoretisches Wissen, das man einfach so abheftet. Es ist eher wie das Binden eines sehr komplexen Straußes: Man muss die einzelnen Stiele erst einmal in der Hand halten, bevor man versteht, wie sie zusammenwirken. In meinem Alltag zwischen Rosen und Eukalyptus ist das gar nicht so leicht unterzubringen.

Einmal bin ich während einer geführten Meditation am Laptop einfach eingeschlafen. Meine Beine waren vom zehnstündigen Stehen im Laden so schwer, dass mein Körper einfach abgeschaltet hat, noch bevor Thomas Young den ersten Satz zu Ende gesprochen hatte. Ich fühlte mich erst furchtbar schuldig – als würde ich den Kurs „falsch“ machen. Aber dann erinnerte ich mich an die Worte aus der Ausbildung: Alles darf sein. Auch die Erschöpfung einer Floristin.

Was mich besonders berührt, ist die Art, wie die Ausbildung die weibliche Kraft thematisiert. Ich habe in diesen acht Wochen oft an die Bedeutung von Blumen in der Trauerfloristik gedacht und wie viel Heilung in der Natur steckt, die wir oft übersehen. Wenn ich jetzt eine Anemone für Klarheit in mein Buch presse, fühle ich das kalte, feuchte Gefühl der Blüte zwischen meinen Fingern, während ich versuche, die Botschaften der Clanmütter in mein Notizbuch zu übertragen.

Der Spagat zwischen Stille und Alltag

Was ich in der Online-Gruppe bemerke, ist eine ganz besondere Dynamik. In unseren Austausch-Runden treffe ich Frauen, die oft in einer ganz anderen Situation sind als ich. Viele sind Alleinerziehende mit Kleinkindern. Wenn die Trainer von einer täglichen, ungestörten Meditationszeit von 60 Minuten sprechen, sehe ich in den Gesichtern dieser Frauen oft die pure Verzweiflung. Zwischen Windeln wechseln und Job ist eine Stunde Stille ein unerreichbarer Luxus.

Ich habe zwar keine Kinder, aber mein Laden fordert mich von früh bis spät. Mein Weg ist es jetzt, die spirituelle Arbeit in die kleinen Momente zu weben. Die spirituelle Entwicklung im Alltag zu integrieren bedeutet für mich, dass ich beim Anschneiden der Blumen eine kurze Intention setze. Es muss nicht immer die perfekte Kerze und der Räucherduft sein. Manchmal ist das Rauschen der Messingglocke an meiner Ladentür mein Signal, einmal tief durchzuatmen.

Eine schamanische Trommel im Blumenladen zwischen Eukalyptuszweigen.

Körperliche Reaktionen und der Kontostand

Letzten Samstagabend, nach einem besonders harten Tag mit vielen Kunden, habe ich mich an meine Trommel gesetzt. Es war das erste Mal in diesen acht Wochen, dass ich ein plötzliches Zittern in den Unterarmen spürte. Es war, als würde der ganze Stress der Woche, die Trauer um Ingrid und der Druck im Laden einfach aus den Muskeln abfließen. Solche Momente zeigen mir, dass sich etwas bewegt – auch wenn ich es noch nicht benennen kann.

Natürlich gibt es auch die Momente der Panik. Wenn ich auf meinen Kontostand schaue und die Abbuchung für das POWER OF LOVE Programm sehe, zieht sich kurz alles zusammen. Aber dann kommt dieser Gedanke: Diese Investition ist für den Raum in mir, der seit März 2024 leer war. Ich fülle ihn nicht mit Dingen, sondern mit Erfahrungen. Falls du eher nach einem anderen Ansatz suchst, vielleicht etwas mit hawaiianischem Flair, schauen sich einige in meinem Kreis auch A TOUCH OF ALOHA an, aber für mich ist der Weg der Clanmütter gerade genau richtig.

Ein vorsichtiger Schritt zurück

Nach acht Wochen stehe ich nun da und betrachte mein Leben wie einen halbfertigen Strauß. Ich mache Pausen, ich weiß noch nicht, ob das Ergebnis am Ende „gut“ ist, aber ich bleibe dabei. Ich habe gelernt, dass ich nicht sofort alles wissen muss. Ich bin keine Heilerin, ich bin eine Frau, die lernt, dass etwas heilbar ist – ganz langsam.

Wenn du dich auch in einer Phase befindest, in der du dich fragst, wie du die innere Leere füllen kannst, kann ich dir nur raten: Hör auf dein Bauchgefühl. Die Power of Love Ausbildung ist eine Reise, die Zeit braucht. Es ist kein Sprint, es ist ein langsames Wachsen, fast wie bei den Ranunkeln, die im Laden auch erst nach und nach ihre unzähligen Schichten offenbaren.

Vielleicht ist es Zeit, dass du dir selbst dieses Versprechen gibst. Schau dir das Programm in Ruhe an und fühl hinein, ob es dich ruft. Ich werde hier weiter berichten, Sonntag für Sonntag, zwischen Blumenstaub und Moleskine-Seiten.

Alles Liebe aus Bremen,
Helene

Mal kurz:
Keine der Informationen auf dieser Website stellt eine medizinische, rechtliche oder finanzielle Beratung dar. Alle Inhalte basieren auf persönlicher Erfahrung. Wenden Sie sich an einen qualifizierten Fachmann für eine auf Ihre Situation zugeschnittene Beratung.

Verwandte Artikel