Das Bluetentagebuch

Intuition stärken Übungen im Alltag einer Floristin während der Ausbildung

Es ist dieser eine Moment morgens um kurz nach sechs, wenn das Licht im Viertel noch dieses milchige Blau hat. Ich stehe im Laden, die Hände tief im eiskalten Wasser der Eimer, und sortiere die frischen Anemonen. Früher war das einfach nur Handgriff – heute, mitten im zweiten Monat meiner Ausbildung, ist es eine Frage des Spürens. Wie passt das Wissen der 13 Clanmütter zwischen Dornen und Blumendraht?

Hinweis: In diesem Text teile ich meine ganz persönlichen Erfahrungen. Ich bin keine Ärztin oder Therapeutin, sondern Floristin. Wenn du unter schweren Depressionen oder komplizierter Trauer leidest, such bitte einen Arzt oder eine professionelle Psychotherapeutin auf. Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links – wenn du darüber buchst, erhalte ich eine Provision, für dich bleibt der Preis gleich. Ich empfehle nur, was ich selbst im Moleskine stehen habe.

Seit ich Anfang 2025 mit dem Frauenkreis in Worpswede angefangen habe, hat sich vieles verschoben. Aber jetzt, seit Februar 2026, sitze ich einmal im Monat vor meinem Laptop im Hinterzimmer des Ladens für das strukturierte Online-Programm. Es ist seltsam: Draußen das vertraute Kopfsteinpflaster von Bremen, drinnen die Trommelklänge aus dem Lautsprecher. Manchmal fühle ich mich wie eine Hochstaplerin – eine Frau, die seit 13 Jahren ihren eigenen Laden führt und trotzdem nicht weiß, wie sie den Raum füllen soll, den der Tod meiner Mutter Ingrid im März 2024 hinterlassen hat.

Zwischen Akkordarbeit und Ahnenarbeit: Der Versuch der Stille

Intuition klingt immer so nach sanftem Kerzenschein und Räucherstäbchen. Aber in der Floristik, besonders wenn der Laden voll ist, ist Intuition oft Luxus. Ich erinnere mich an den Oster-Ansturm im April. Die Schlange stand bis zur Tür, die Messingglocke hörte gar nicht mehr auf zu läuten. In solchen Momenten versagen die klassischen Übungen zur Intuition meistens völlig. Wer hat schon Zeit für eine zehnminütige Atemmeditation, wenn die Kundschaft ungeduldig auf den Grabkranz wartet?

Floristenhände, die weiße Anemonen in einem Wassereimer sortieren, Fokus auf Wassertropfen und Blüten.

Ich habe in dieser Phase versucht, eine geführte Meditation im Hinterzimmer zu machen, während Zwetschge auf dem Fensterbrett döste. Mitten in der tiefsten Entspannung schrillte die Glocke – ein Kunde für eine Trauerbestellung. Ich bin so heftig zusammengezuckt, dass ich eine Vase fast vom Tisch gefegt hätte. Es war kein heiliger Moment, es war pure Panik. Und genau da liegt der Punkt: Intuition muss im Lärm funktionieren, oder sie bringt uns im Alltag nichts.

Manchmal schaue ich mir das Foto von Mama an, die nur sieben Wochen nach der Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs starb. Dann denke ich an die monatliche Rate für den Kurs, die ich mir eigentlich kaum leisten sollte. Ein kurzes schlechtes Gewissen blitzt auf, aber dann spüre ich, dass dieser Weg das Einzige ist, was mich nach ihrem Tod nicht hat versteinern lassen. Es ist eine Investition in mein Überleben, nicht in ein Hobby.

Die Übung der Hände: Wenn die Stiele sprechen

In der Power of Love Ausbildung lernen wir viel über die Verbindung zur geistigen Welt. Aber für mich findet diese Verbindung oft direkt am Bindetisch statt. Ich habe eine kleine Übung entwickelt, die ich die „blinde Wahl“ nenne. Wenn ich einen Strauß binde, schließe ich für einen Moment die Augen und lasse meine Hand über die Blumen gleiten. Nicht denken, nicht nach Farben kalkulieren. Einfach fühlen, welcher Stiel sich richtig anfühlt.

Letzte Woche war so ein regnerischer Dienstag im Mai. Ich sollte einen Strauß für eine Frau binden, die gerade eine schwere Trennung hinter sich hatte. Ich griff intuitiv zu einer Pfingstrose, die eigentlich noch viel zu geschlossen war, und einem Zweig Eukalyptus. Der Geruch von feuchtem Eukalyptus vermischte sich mit dem staubigen Duft meines Moleskine-Tagebuchs, das offen auf der Theke lag. Es war ein Moment absoluter Klarheit.

Ich habe gemerkt, dass meine Intuition stärker wird, je mehr ich auf die Signale meines Körpers achte. Während einer besonders intensiven Übung zur Ahnenheilung für Anfänger spürte ich plötzlich eine tiefe, erdende Wärme in meinen Füßen – mitten auf den schiefen Holzdielen meines alten Ladens. Es war, als würden die Wurzeln der Pflanzen unter mir durch den Boden zu mir sprechen. Solche Momente sind es, die mir zeigen: Die Power of Love Ausbildung hilft mir, die Welt wieder als lebendig wahrzunehmen.

Floristenwerkzeug und Eukalyptusblätter auf einem alten Holztisch, stimmungsvolle Detailaufnahme.

Der Moment, in dem ich aufhörte zu rechnen

Der größte Durchbruch kam an einem Samstagvormittag vor zwei Wochen. Es war einer dieser Vormittage, an denen alles gleichzeitig passierte. Die Blumenlieferung kam verspätet, Zwetschge hatte eine Vase umgeworfen und die Schlange wurde länger. Ich war kurz davor, einfach mechanisch „abzuarbeiten“. Das ist das Problem, das viele Floristinnen in der Ausbildung haben: Unter Zeitdruck schalten wir die Intuition ab und funktionieren nur noch.

Aber dann hielt ich inne. Ich nahm einen tiefen Atemzug und fragte mich nicht: „Was sieht gut aus?“, sondern: „Was braucht dieser Raum jetzt?“ Ich hörte auf zu kalkulieren, wie viele Rosen in den Kranz müssen, damit die Marge stimmt. Ich hörte stattdessen auf das Material. Meine Hände bewegten sich wie von selbst. Das Ergebnis war ein wilder, fast asymmetrischer Kranz, der so viel mehr ausdrückte als die perfekt symmetrischen Gestecke, die ich früher gemacht habe.

Es ist ein Prozess. Ich weiß immer noch nicht genau, wo mich das alles hinführt. Ich glaube nicht, dass ich nach diesem Jahr eine große Heilerin sein werde. Aber ich merke, dass etwas in mir heilbar ist. Langsam, wie eine Pflanze, die nach einem harten Frost wieder austreibt. Wer sich für einen ähnlichen Weg interessiert, aber vielleicht einen anderen kulturellen Rahmen sucht, für den könnte auch A Touch of Aloha interessant sein – es ist der gleiche Ansatz der inneren Öffnung, nur mit einer anderen Energie.

Das Blumen-Tagebuch: Meine eigene Methode

Jeden Sonntagabend sitze ich in meiner Altbauwohnung, Zwetschge auf dem Schoß, und schreibe in mein A5 Moleskine. Ich presse eine Blüte für jeden Moment, der mich im Kurs oder im Laden tief berührt hat. Inzwischen liegen über zwanzig getrocknete Blüten zwischen den Seiten. Eine Anemone für die Klarheit, die ich manchmal finde. Ein Eukalyptuszweig für die harten Wochen, in denen ich mich nur durch den Alltag schleppe.

Ein aufgeschlagenes Moleskine Notizbuch mit gepressten Blumen und handgeschriebenen Notizen einer Floristin.

Diese Methode ist albern, vielleicht. Aber sie hilft mir, die unsichtbaren Fortschritte sichtbar zu machen. Wenn ich die Seiten durchblättere, sehe ich nicht nur vertrocknete Pflanzen. Ich sehe meine eigene Entwicklung. Ich lerne, dass Huna Prinzipien im Alltag nicht bedeuten, dass alles perfekt läuft, sondern dass man lernt, mit dem zu arbeiten, was da ist – auch mit dem Schmerz.

Falls du selbst gerade an einem Punkt stehst, an dem du dich fragst, ob sich so eine Ausbildung lohnt: Hör auf dein Herz, nicht nur auf dein Bankkonto. Ich habe auch gezweifelt, besonders wegen der Kosten. Aber wenn ich heute in den Spiegel schaue, sehe ich nicht mehr nur die Trauer um Ingrid. Ich sehe eine Frau, die lernt, wieder zu vertrauen. Und das ist jeden Cent wert. Schau dir die Erfahrungen nach den ersten Wochen ruhig mal an, wenn du unsicher bist.

Jetzt ist es spät geworden. Zwetschge ist auf meinem Notizbuch eingeschlafen und draußen im Viertel ist es ruhig. Morgen früh wartet der Großmarkt. Ich werde wieder im kalten Wasser stehen, die Hände voller Erde, und ich werde lauschen. Nicht auf das, was die Kunden sagen, sondern auf das, was zwischen den Zeilen passiert. Denn dort, im Stillen, wächst die Intuition am besten.

Wenn du auch spürst, dass da mehr ist, dass deine Hände vielleicht mehr wissen als dein Kopf, dann trau dich. Vielleicht ist das Jahresprogramm Power of Love genau der Anker, den du gerade brauchst. Es muss nicht alles sofort Sinn ergeben. Manchmal reicht es, den ersten Schritt zu tun und die erste Blume zu binden.

Mal kurz:
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