Das Bluetentagebuch

Huna Prinzipien im Alltag nutzen um die Energie der Natur besser zu spüren

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Es ist Sonntagabend in meiner Altbauwohnung im Viertel. Draußen peitscht ein warmer Spätsommerregen gegen die Scheiben, und die Kastanie im Hinterhof wirft lange, unruhige Schatten an meine Küchenwand. Zwetschge, meine schildpattfarbene Katze, beobachtet die tanzenden Blätter vom Fensterbrett aus, während ich mein Moleskine aufgeschlagen vor mir liegen habe. Heute klebt keine frische Blüte zwischen den Seiten, sondern nur ein vertrockneter Stiel einer Anemone, die ich vor Wochen gepresst habe.

Seit Ingrid im März 2024 gestorben ist, fühlt sich mein Leben oft an wie ein Strauß, der zu lange ohne Wasser stand – spröde und irgendwie farblos. Ich dachte, ich wüsste alles über den Tod, schließlich binde ich seit 13 Jahren Kränze für Beerdigungen in Bremen. Aber die Theorie schützt nicht vor der Leere. Erst seit ich im Februar 2026 den Mut gefunden habe, mich für das Online-Programm A TOUCH OF ALOHA anzumelden, beginnt sich in mir wieder etwas zu bewegen. Es ist ein Experiment, ein teures dazu, aber es ist der erste Weg, der sich nicht nach bloßem Funktionieren anfühlt.

Hinweis: In diesem Tagebuch teile ich meine ganz persönlichen Erfahrungen. In meinen Texten findest du manchmal Links zu den Kursen, die ich selbst besuche und bezahle. Wenn du darüber etwas buchst, bekomme ich eine Provision, aber für dich ändert sich am Preis absolut nichts. Bevor du dich für eine Ausbildung entscheidest, die über ein Jahr geht und monatlich Geld kostet, lies dir bitte die Bedingungen beim Anbieter Thomas Young genau durch. Ich bin keine Rechtsberaterin und auch keine Ärztin – ich bin Floristin und suche nur meinen eigenen Weg durch die Trauer. Hier ist meine Offenlegung.

Die Welt ist das, wofür du sie hältst – Der Schock von 'Ike'

In den ersten Wochen des Kurses, der offiziell am 19. April 2026 startete, saß ich oft fassungslos vor meinem Laptop. Thomas Young, der als Autor schon seit über 20 Jahren Menschen auf ihrem Weg begleitet, sprach über die 7 Prinzipien der hawaiianischen Huna-Philosophie. Das erste Prinzip heißt 'Ike'. Es besagt: Die Welt ist das, wofür du sie hältst.

Zuerst dachte ich: Was für ein Unsinn. Wenn meine Mutter tot ist, ist die Welt scheiße, egal was ich davon halte. Ich stand im Laden, die Hände tief im kalten Blumenwasser, die Fingerkuppen rissig von der Arbeit mit dem Draht, und im Hintergrund lief auf meinem Handy das Modul über Mana-Energie. Ich spürte eine leise Scham darüber, so viel Geld für 'Aloha' auszugeben, während meine schiefen Holzregale im Laden eigentlich dringend einen neuen Anstrich bräuchten. Doch dann kam ein Kunde rein und bestellte einen Kranz für eine junge Frau. Plötzlich sah ich nicht mehr nur das Handwerk, den Eukalyptus und die weißen Rosen. Ich sah 'Ike'. Ich entschied mich in diesem Moment, den Schmerz nicht als Ende, sondern als eine Form von extremer Lebendigkeit zu betrachten. Die Welt änderte sich nicht, aber mein Blick darauf ließ mich den Kranz anders binden – weicher, fließender.

Die Hände einer Floristin bei der Arbeit mit einer Blume und einem Smartphone im Hintergrund.

Zwischen Bremer Regen und hawaiianischer Sonne

Es gibt diese Momente im Kurs, in denen ich mich frage, ob ich mich in eine Illusion flüchte. Hawaii ist weit weg von Bremen. Aber die Huna-Prinzipien sind erstaunlich bodenständig, wenn man sie lässt. Neben 'Ike' gibt es noch sechs weitere: Kala (Es gibt keine Grenzen), Makia (Energie folgt der Aufmerksamkeit), Manawa (Jetzt ist der Moment der Macht), Aloha (Lieben heißt, glücklich zu sein mit...), Mana (Alle Macht kommt von innen) und Pono (Wirksamkeit ist das Maß der Wahrheit).

In den letzten vier Monaten habe ich gelernt, dass diese Prinzipien keine Wellness-Sprüche sind. Sie sind Werkzeuge. Wenn ich morgens die Messingglocke an meiner Ladentür höre und weiß, dass ein stressiger Samstag vor mir liegt, nutze ich 'Makia'. Ich richte meine Aufmerksamkeit nicht auf die Schlange der Kunden, sondern auf die einzelne Pfingstrose in meiner Hand. Das klingt einfach, ist aber harte Arbeit, wenn man eigentlich nur weinen möchte. Manchmal klappt es gar nicht. Letzten Mittwoch zum Beispiel habe ich eine Übung zur Ahnenarbeit abgebrochen, weil ich nur Wut spürte. Wut auf Ingrid, dass sie mich allein gelassen hat. Das ist auch ein Teil des Weges. Es geht nicht immer nur bergauf, und das ist okay. Ich lerne gerade erst, Geduld zu haben, wenn spirituelle Fortschritte im Alltag auf sich warten lassen.

Die Reibung spüren: Warum Harmonie nicht alles ist

Ein interessanter Punkt, den ich im zweiten Monat des Programms entdeckt habe: Viele suchen in der Spiritualität nach absoluter Harmonie. Wir wollen, dass alles fließt, dass alles 'Aloha' ist. Aber ich glaube inzwischen, dass diese ständige Suche nach Harmonie uns blockiert. Wenn ich im Laden eine Rose entdorne, gibt es Widerstand. Wenn ich ein Rauchbündel aus Salbei entzünde, beißt der Rauch in den Augen. Die Natur ist nicht nur sanft.

Huna lehrt uns, die Energie der Natur zu spüren. Aber diese Energie ist oft rau. Die Energie der Bremer Weser im November ist eine andere als die einer Bucht auf Kauai. Wenn wir nur nach dem 'schönen' Gefühl suchen, verpassen wir die Kraft, die in der Reibung liegt. 'Mana', die Lebenskraft, spüre ich oft am stärksten, wenn ich nach zehn Stunden im Laden völlig erschöpft bin und trotzdem noch die Kraft finde, Zwetschge zu streicheln. Es ist eine ungefilterte, ehrliche Energie. Das Online-Programm A TOUCH OF ALOHA hilft mir, diese Momente als heilig zu erkennen, auch wenn sie nicht im Sonnenuntergang stattfinden.

Ein offenes Notizbuch mit einer gepressten Anemone und handschriftlichen Notizen.

Die Anemone für die Klarheit

In meinem Moleskine habe ich für jedes Huna-Prinzip eine eigene Seite angelegt. Wenn mich eine Erkenntnis besonders trifft, presse ich am nächsten Tag eine Blüte zwischen die Seiten. Letzte Woche war es eine Anemone für 'Pono' – Wirksamkeit ist das Maß der Wahrheit. Ich hatte eine schamanische Trommelreise gemacht und danach das Gefühl, dass ich Ingrid endlich gehen lassen darf. Es war eine tiefe, schmerzhafte Klarheit.

Ich habe lange überlegt, ob ich stattdessen das Programm POWER OF LOVE machen soll, das ebenfalls von Thomas Young angeboten wird. Dort arbeitet man mit den 13 Clanmüttern, was mich als Frau, die gerade ihre Mutter verloren hat, sehr angesprochen hat. Die Struktur der 13 Clanmütter bietet eine ganz andere weibliche Tiefe. Aber momentan brauche ich die Weite von Hawaii, auch wenn sie nur digital zu mir kommt. Vielleicht ist das spätere Programm eher etwas für das nächste Jahr, wenn die erste Wunde vernarbt ist. Wer weiß, vielleicht helfen mir die Power of Love Übungen später bei meiner Erschöpfung im Alltag noch besser.

Manchmal sitze ich an meinem Bindetisch und schließe für einen Moment die Augen. Ich versuche, die 'Mana'-Energie in meinen rissigen Händen zu spüren. Ich bin keine Heilerin. Ich heile keine Krankheiten und ich ersetze keinen Therapeuten. Wenn du merkst, dass deine Trauer dich erdrückt, such dir bitte professionelle Hilfe bei einem Arzt oder Psychotherapeuten. Aber ich glaube, dass etwas in mir heilbar ist. Ganz langsam. Wie eine Blume, die durch den Asphalt bricht.

Alte Holzregale in einem Blumenladen mit frischen Pfingstrosen und Eukalyptus.

Ein Schritt zurück: Das Ergebnis sehen

Wenn ich einen Strauß binde, muss ich zwischendurch immer wieder einen Schritt zurücktreten, um zu sehen, ob die Proportionen stimmen. So ist es auch mit diesem einjährigen Programm. Ich bin jetzt etwa sechs Monate dabei, seit der Launch im Februar 2026 mein Interesse weckte. Ich sehe noch nicht das ganze Bild. Ich weiß nicht, wer ich am Ende dieses Jahres sein werde. Aber ich merke, dass ich die Natur anders wahrnehme. Der Eukalyptuszweig ist nicht mehr nur Beiwerk, er ist ein Lehrer für Widerstandskraft.

Ich lerne gerade erst, meine Hellsinne zu trainieren und meine Wahrnehmung im Alltag zu schärfen. Es ist kein plötzlicher Blitzschlag, sondern ein leises Erwachen. Wenn ich abends die Messingglocke zum letzten Mal höre und den Laden abschließe, fühle ich mich nicht mehr ganz so leer. Ingrids Tod hat eine Lücke hinterlassen, die ich nicht füllen kann – aber ich lerne, in dieser Lücke zu tanzen, mit den Huna-Prinzipien als Rhythmus.

Vielleicht ist das die größte Lektion von 'Aloha': Dass Liebe auch bedeutet, mit dem Unvollkommenen glücklich zu sein. Mit den schiefen Regalen, den rissigen Händen und der Katze, die auf dem Fensterbrett schnurrt. Wenn du auch das Gefühl hast, dass die Verbindung zur Natur in deinem Alltag verloren gegangen ist, schau dir A TOUCH OF ALOHA mal an. Es ist eine Investition in dich selbst, die man nicht in Euro aufwiegen kann, auch wenn die monatliche Rate schmerzt. Es ist ein Weg zurück zu dir. Und vielleicht auch ein Weg zurück zu denen, die wir verloren haben.

Mal kurz:
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