Das Bluetentagebuch

Wie ein schamanischer Frauenkreis in Worpswede mein Leben im Alltag verändert (Update 2026)

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Draußen peitscht der Sommerregen gegen das Schaufenster meines kleinen Ladens im Viertel, und die Pfingstrosen, die ich heute Morgen frisch angeschnitten habe, lassen schwer ihre Köpfe hängen. Es ist dieser ganz bestimmte Duft von nassem Asphalt und süßem Blütenstaub, der durch die offene Ladentür zieht – ein Moment, in dem ich kurz innehalte, das kalte Wasser an meinen Händen spüre und mich frage, wie ich eigentlich hier gelandet bin. Mitten in einer schamanischen Ausbildung, während ich doch eigentlich nur Blumen binden wollte.

Bevor ich dir von meinen Entdeckungen erzähle: Ein kleiner Hinweis, wie wir ihn in unserem Kreis auch oft besprechen. Ich bin keine Ärztin, keine Therapeutin und keine Heilpraktikerin. Ich bin Floristin. Alles, was ich hier schreibe, sind meine ganz persönlichen Erfahrungen auf meinem Weg durch die Trauer um meine Mutter Ingrid. Wenn es dir psychisch wirklich schlecht geht, such bitte einen Arzt oder eine Psychotherapeutin auf – ein schamanischer Weg kann eine wunderbare Stütze sein, aber er ersetzt keine medizinische Behandlung. Außerdem enthält dieser Text Affiliate-Links. Wenn du über diese Links einen Kurs buchst, erhalte ich eine Provision, ohne dass es für dich teurer wird. Ich teile hier nur, was ich selbst für mich nutze und mit meinem eigenen Geld aus dem Laden bezahle.

Vom Teufelsmoor in den digitalen Raum

Seit Anfang 2025 fahre ich einmal im Monat nach Worpswede. Diese Samstage im Moor haben etwas in mir verändert. Es war zuerst nur das Trommeln, dieses dumpfe, erdige Vibrieren, das den leeren Raum in mir füllte, den Ingrids Tod im März 2024 hinterlassen hatte. Aber irgendwann reichte mir dieser eine Samstag nicht mehr. Ich wollte tiefer graben, so wie ich im Herbst die Zwiebeln für die Tulpen tief in die Erde setze, in der Hoffnung, dass im Frühjahr etwas Neues kommt.

Im Februar 2026 habe ich mich dann für das Online-Programm POWER OF LOVE entschieden. Es kostet mich jeden Monat rund 267 Euro – eine Summe, bei der ich jedes Mal kurz schlucke, wenn ich die Abrechnung meiner Messingglocke im Laden gegenrechne. Das sind viele verkaufte Sträuße. Aber ich habe gemerkt, dass ich diese Struktur brauche. Ein Jahr lang, Monat für Monat, begleitet zu werden, ist wie ein Gerüst für eine Kletterpflanze: Ohne es würde ich mich im Alltag zwischen Buchhaltung und Bindetisch wahrscheinlich wieder verlieren.

Floristenhände schneiden frische Pfingstrosen auf einem Holztisch im Blumenladen an.

Die Clanmütter und der Alltag im Blumenladen

Inzwischen bin ich einige Monate dabei und wir arbeiten viel mit den 13 Clanmüttern. Es klingt erst mal weit weg von meinem Leben in Bremen, aber eigentlich ist es sehr konkret. Jede Clanmutter steht für eine Qualität, eine Art zu sein. Wenn ich morgens die Rosen entdorne, denke ich oft an die Lehren über Grenzen und Schutz. Es hilft mir, die innere Leere zu füllen, die nach dem Todesfall so laut war.

Manchmal mischt sich die schamanische Arbeit ganz sanft in mein Handwerk. Letzte Woche kam eine Kundin, die einen Strauß für ein Grab brauchte. Früher hätte ich einfach nur nach den klassischen Blumen gegriffen. Diesmal habe ich kurz innegehalten, tief durchgeatmet und gespürt, was dieser Strauß eigentlich sein soll. Ich habe zwei Zweige Eukalyptus dazwischen gebunden – für den Schutz und die Reinigung. Ich glaube, die Bedeutung von Blumen in der Trauerfloristik hat für mich durch die Ausbildung eine völlig neue Tiefe bekommen. Es ist nicht mehr nur Dekoration, es ist Ahnenarbeit mit den Händen.

Wenn die Trommel im Alltag verstummt

Aber ich will ehrlich zu dir sein: Es ist nicht alles Licht und Räucherwerk. Letzten Sonntagabend saß ich mit meinem Moleskine-Tagebuch auf dem Sofa, Zwetschge lag schnurrend auf meinen Beinen, und ich sollte eine Übung zur Herzöffnung machen. Ich war so müde von der Woche, meine Gelenke taten weh vom vielen Stehen, und ich spürte… gar nichts. Überhaupt nichts. Ich saß da, hörte die geführte Meditation und fühlte mich einfach nur albern. Ein Teil von mir dachte: Helene, du bist 41, du sitzt hier in deiner Altbauwohnung und versuchst, dein Krafttier zu finden, während morgen die Miete fällig ist.

Ich habe die Übung abgebrochen. Ich habe das Notizbuch zugeklappt, mir einen Tee gemacht und einfach nur aus dem Fenster auf die Lichter des Viertels gestarrt. Solche Momente gibt es oft. Momente, in denen ich zweifle, ob ich das Geld für POWER OF LOVE nicht besser gespart hätte. Aber dann, am nächsten Tag im Laden, passiert wieder etwas Kleines. Ein Kunde lächelt anders, oder ich schaffe es, in einem stressigen Moment bei mir zu bleiben, statt mich von der Hektik anstecken zu lassen. Dann weiß ich wieder, warum ich weitermache. Wer eher eine hawaiianische Energie sucht, für den ist vielleicht A TOUCH OF ALOHA das Richtige, aber für mich passt der Weg der Clanmütter gerade besser in meinen norddeutschen Alltag.

Ein aufgeschlagenes Tagebuch mit einer gepressten weißen Anemone und handgeschriebenen Notizen.

Gepresste Momente der Klarheit

Mein Ritual mit den Blumen im Tagebuch behalte ich bei. Inzwischen liegen über zwanzig getrocknete Blüten zwischen den Seiten. Gestern habe ich eine weiße Anemone hineingepresst. Sie steht für die Klarheit, die ich mir für den kommenden Monat wünsche. Es ist ein langsamer Prozess, spirituelle Entwicklung in den Alltag zu integrieren, besonders wenn man einen handfesten Beruf hat. Aber wie ich immer sage: Man kann eine Blume nicht zwingen, schneller zu blühen. Man kann nur den Boden bereiten und gießen.

Ich lerne gerade, dass spirituelle Entwicklung im Alltag nicht bedeutet, dass man ständig auf einer Wolke schwebt. Es bedeutet, mit den Füßen im Matsch zu stehen und trotzdem den Himmel zu sehen. Falls du auch an einem Punkt bist, an dem du spürst, dass das Alte nicht mehr trägt, schau dir das Programm ruhig mal an. Es ist eine Investition in dich selbst, die weit über das Jahr hinausreicht. Ich schreibe meine Power of Love Kurs Erfahrungen hier regelmäßig auf, auch die zweifelhaften Momente, weil ich glaube, dass wir alle ein bisschen mehr Echtheit brauchen.

Jetzt werde ich noch die restlichen Pfingstrosen versorgen. Zwetschge wartet wahrscheinlich schon auf dem Fensterbrett auf mich. Wenn du magst, schreib mir doch mal, wie du deinen Weg durch stürmische Zeiten findest. Vielleicht binden wir ja am Ende alle an demselben großen Strauß des Lebens.

Alles Liebe aus dem Viertel,
Helene

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