
Es ist ein später, verregneter Donnerstagnachmittag hier im Viertel. Meine Hände sind noch ganz grün vom Schneiden der Blumenstiele – eine Mischung aus Pflanzensaft und dem kühlen Wasser aus den Eimern. Ich stehe in meinem schmalen Laden, die Messingglocke an der Tür hat heute nur selten geläutet, und ich starre auf ein Bündel Eukalyptus, das noch versorgt werden muss. In mir drin fühlt es sich gerade so grau an wie der Bremer Himmel. Ich frage mich: Warum ist dieser spirituelle Durchbruch, für den ich seit Februar monatlich einen Betrag bezahle, den ich mir eigentlich kaum leisten kann, noch nicht in meinem Herzen angekommen?
Bevor ich weiter erzähle: Ein kleiner Hinweis, wie ich ihn auch einer Freundin geben würde. Dieser Beitrag enthält Affiliate-Links. Wenn du über diese Links etwas kaufst, erhalte ich eine Provision, aber für dich bleibt der Preis genau gleich. Ich teile hier nur meine echten Erfahrungen mit Kursen, die ich selbst bezahlt habe und die in meinem Moleskine auftauchen. Bevor du dich für eine lange Ausbildung entscheidest – manche kosten über tausend Euro –, lies dir bitte die Bedingungen beim Anbieter genau durch. Ich bin keine Rechtsberaterin und auch keine Ärztin oder Therapeutin. Bei tiefer Trauer oder Depression ist ein Profi, wie ein Hausarzt oder Psychotherapeut, immer die erste Adresse. Hier ist meine vollständige Offenlegung.
Das Schweigen nach dem Sturm: Wenn die Übung leer bleibt
Seit ich im Februar 2026 mit dem Online-Programm POWER OF LOVE begonnen habe, suche ich nach einem Zeichen. Nach etwas Großem. Vielleicht liegt es daran, dass der Tod meiner Mutter Ingrid im März 2024 so laut war – nur sieben Wochen lagen zwischen der Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs und ihrem letzten Atemzug. Danach war da diese riesige Leere. Ich dachte, wenn ich jetzt diese Ausbildung mache, mit den 13 Clanmüttern als Lehrerinnen, dann füllt sich dieser Raum in mir sofort mit Licht und Erkenntnis.
Aber die Realität sieht oft anders aus. Letzte Woche saß ich abends in meiner Altbauwohnung, Zwetschge schlief auf dem Küchenfensterbrett, und ich versuchte mich an einer Zoom-Meditation zum Thema Herzöffnung. Der scharfe, kalte Duft von Eukalyptusöl klebte noch an meinen Fingern, während ich die Augen schloss. Aber statt einer Vision oder tiefem Frieden hörte ich nur den Fernseher meines Nachbarn durch die Wand dröhnen. Irgendeine Talkshow. Ich spürte, wie der Ärger in mir hochstieg, und klappte den Laptop frustriert zu. Ich fühlte mich, als hätte ich die Gebühr für dieses Modul einfach in den Müll geworfen. Ist das hier nur ein sehr teurer Weg, auf ein Gefühl zu warten, das vielleicht nie kommt?, dachte ich mir, während Zwetschge kurz aufsah und dann weiterschnurrte.

Wie Tulpen im März: Wachstum lässt sich nicht peitschen
In meinem Laden, den ich nun schon seit 13 Jahren führe, weiß ich eigentlich, wie Wachstum funktioniert. Ich kann eine Tulpe nicht zwingen, schneller zu blühen, nur weil ich ungeduldig bin. Sie braucht Kälte, Dunkelheit und dann genau das richtige Maß an Licht. Warum erwarte ich von meiner Seele, dass sie schneller ist als eine Pflanze? Die schamanische Arbeit, besonders die Ahnenarbeit, die wir gerade im Kurs besprechen, ist wie das Vorbereiten eines Beetes im späten Winter. Man sieht nichts, die Erde ist hart, aber unten passiert etwas.
Mitte April hatte ich einen Moment, der mich fast umgeworfen hätte. Eine der 13 Clanmütter sprach über das Erbe unserer Mütter. Plötzlich war da dieser schwere Kloß im Hals, genau wie damals im Krankenhaus. Ich stand am nächsten Tag am Bindetisch und hielt die Floristenschere in der Hand, als mir die Worte wieder einfielen. Ich musste die Schere weglegen, weil meine Hände zitterten. Es war kein Fortschritt im Sinne von „Ich bin jetzt geheilt“, sondern eher ein schmerzhaftes Erinnern. Aber vielleicht ist genau das der Fortschritt? Vom Kopf ins Herz kommen bedeutet eben auch, den Schmerz wieder zuzulassen, den man so sorgfältig weggeschlossen hat.
Ich merke oft, wie sehr ich mich unter Druck setze. Thomas Young, der das Programm leitet, hat über 20 Jahre Erfahrung als Autor, und ich lese seine Texte und denke: „Warum bin ich noch nicht so weit?“ Aber er ist der Gärtner, und ich bin die Pflanze. Ich lerne gerade erst, dass spirituelle Blockaden zu lösen keine Aufgabe ist, die man auf einer To-Do-Liste abhakt, wie das Bestellen von Schnittblumen für den nächsten Montag.
Wenn der Alltag die Stille frisst
Besonders schwierig finde ich es, wenn der Alltag so gar nicht „spirituell“ sein will. Wenn Kunden reinkommen und sich über die Preise beschweren oder wenn ich abends einfach nur müde bin. Ich habe eine Stammkundin, die ihren demenzkranken Mann pflegt. Sie erzählte mir neulich zwischen zwei Ranunkeln, dass sie kaum fünf Minuten für sich hat. Für sie sind Standardtipps zur Meditation – „Such dir einen stillen Ort, zünde eine Kerze an“ – fast wie ein Hohn. Ihr Alltag ist totale Fremdbestimmung.
Ich habe ihr von meinem Kurs erzählt und gemerkt, dass meine Frustration über den lauten Fernseher des Nachbarn ein Luxusproblem ist. Für Menschen in der Pflege, die emotional völlig erschöpft sind, ist Achtsamkeit oft eine Blockade, weil sie Angst haben, dass sie zusammenbrechen, wenn sie kurz innehalten. Da hilft kein Zertifikat und kein offizieller Kurs. Da hilft nur das Wissen, dass man nicht allein ist in dieser Erschöpfung. Manchmal ist es schon spirituelle Arbeit, einfach nur den nächsten Strauß zu binden und dabei zu atmen. Ich habe ihr eine Pfingstrose geschenkt – für die großen, schweren Momente.

Die Methode der gepressten Blüten
In meinem A5 Moleskine liegen inzwischen über zwanzig getrocknete Blüten. Es ist meine ganz eigene Art, den Fortschritt festzuhalten, den ich sonst oft übersehe. Gestern habe ich eine spröde, gepresste Anemone gefunden, die ich vor zwei Monaten hineingelegt habe. Damals dachte ich, ich komme keinen Schritt voran. Aber wenn ich heute die Sätze lese, die ich dazu geschrieben habe, sehe ich: Ich bin ruhiger geworden. Nicht glücklicher, nicht „erleuchtet“, aber ruhiger im Umgang mit der Leere, die Ingrid hinterlassen hat.
Transformation passiert oft in der Stille, genau wie das Trocknen einer Blüte. Man presst sie zwischen die Seiten, übt konstanten Druck aus, entzieht ihr die Feuchtigkeit, damit sie nicht schimmelt – und nach ein paar Wochen hat sie eine ganz neue, beständige Form. Man kann diesen Prozess nicht beschleunigen. Wenn man das Papier zu früh wechselt oder die Blüte ständig bewegt, zerbricht sie.
- Anemonen stehen für mich für Klarheit in wirren Wochen.
- Eukalyptuszweige lege ich ein, wenn die Arbeit hart war und ich Schutz brauche.
- Pfingstrosen markieren die Momente, in denen das Herz kurz weit wird.
Geduld als schamanische Praxis
Wir sind jetzt im zweiten Monat eines neuen Zyklus im Programm. Ich lerne, dass das Warten selbst die Übung ist. Es geht nicht darum, nach der Trommelreise sofort eine Antwort zu haben. Manchmal ist das Krafttier einfach nicht da, oder die Ahnen schweigen. Das ist okay. Es ist wie im Laden im Januar, wenn kaum etwas blüht und man auf die ersten Frühlingsboten wartet. Man muss die Vasen putzen, die Regale abstauben und bereit sein.
Ich habe gelernt, dass ich meine spirituelle Entwicklung nicht wie ein Projekt behandeln darf. Wenn ich mich frage, ob sich die monatlichen Raten für POWER OF LOVE lohnen, dann schaue ich nicht auf mein Konto, sondern auf meine Hände. Sie zittern seltener. Wenn die Messingglocke läutet, erschrecke ich nicht mehr so oft. Und wenn ich sonntagabends mein Tagebuch aufschlage, fühle ich mich weniger wie eine Versagerin, die nichts „fühlt“, sondern wie eine Frau, die lernt, den Raum in sich wieder zu füllen – ganz langsam, Schicht für Schicht.

Vielleicht ist das der größte Fortschritt: Zu akzeptieren, dass ich nichts weiß. Dass ich keine Heilerin bin und vielleicht nie eine sein werde. Aber dass etwas in mir heilbar ist, solange ich die Geduld aufbringe, einfach dazubleiben. Wenn es dir auch so geht, wenn du das Gefühl hast, du trittst auf der Stelle – vielleicht schaust du mal, ob ein strukturiertes Programm wie POWER OF LOVE dir den nötigen Rahmen gibt, um dranzubleiben. Mir hilft die monatliche Bindung, nicht einfach alles hinzuschmeißen, wenn der Nachbar mal wieder zu laut ist.
Jetzt gehe ich rüber zu Zwetschge. Sie hat sich gerade gestreckt und wartet wahrscheinlich darauf, dass ich das Licht im Laden ausmache. Es ist Zeit, nach Hause zu gehen und die nächste Seite im Moleskine aufzuschlagen. Wer weiß, welche Blume ich morgen pressen werde. Vielleicht ist es eine Ranunkel. Nur so für mich.
Wenn du dich selbst gerade auf einem Weg befindest, der sich zäh anfühlt, schau dir auch mal an, wie Haustiere unsere spirituelle Entwicklung begleiten können. Zwetschge ist oft meine beste Lehrerin in Sachen Geduld. Und falls du mehr Struktur suchst, könnte auch A TOUCH OF ALOHA ein schöner Einstieg sein, auch wenn ich persönlich gerade sehr an den Clanmüttern hänge. Pass auf dich auf.
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