Das Bluetentagebuch

Wirkung schamanischer Trommelreisen auf das Nervensystem nach der Arbeit

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Es ist dieser eine Moment am Samstagabend, wenn die Messingglocke an der Ladentür zum letzten Mal verstummt und ich den Schlüssel im Schloss meines kleinen Ladens im Viertel umdrehe. Draußen nieselt es diesen typischen Bremer Sommerregen, der den Asphalt dunkel färbt, und in meinem Kopf summt es noch von den Gesprächen, den Wünschen nach hellblauen Ranunkeln und dem ständigen Rauschen des Wassers. Ich liebe meine Arbeit, wirklich – aber nach zehn Stunden zwischen Eukalyptus und feuchter Erde fühlt sich mein Nervensystem oft an wie ein überdrehtes Radio, das keinen klaren Sender mehr findet.

Bevor ich dir erzähle, was die Trommel in diesen Momenten mit mir macht, ein kurzes Wort zu den Links hier: In meinem Tagebuch teile ich Kurse, die ich selbst bezahlt habe und besuche. Wenn du über einen dieser Affiliate-Links etwas buchst, erhalte ich eine Provision, aber für dich bleibt der Preis gleich. Ich bin keine Ärztin oder Therapeutin, sondern teile nur meinen Weg. Bitte lies dir bei teuren Ausbildungen immer die Bedingungen genau durch und sprich bei gesundheitlichen Themen mit deinem Hausarzt oder einer Therapeutin. Hier ist meine Offenlegung.

Das Summen im Kopf und die Stille der Trommel

Seit meine Mutter Ingrid im März 2024 gestorben ist, hat sich dieses Grundrauschen in mir verändert. Es ist nicht mehr nur der normale Arbeitsstress. Es ist eine tiefe, vibrierende Unruhe, die oft erst dann hochkommt, wenn der Laden zu ist. Ich sitze dann in meiner Altbauwohnung, Zwetschge liegt auf dem Fensterbrett und starrt in den Hinterhof, und ich merke, wie meine Hände noch immer die Bewegungen des Bindens machen wollen, obwohl kein Stiel mehr da ist. Inzwischen weiß ich: Mein Sympathikus, dieser Teil des Nervensystems, der für 'Kampf oder Flucht' zuständig ist, weiß einfach nicht, wie er den Feierabend einläuten soll.

Genau hier setzt die schamanische Arbeit an, die ich seit Anfang 2025 in Worpswede und jetzt intensiver in meinem Online-Programm lerne. Wenn ich die Kopfhörer aufsetze und die Trommel beginnt, passiert etwas Seltsames. Der Rhythmus – meistens in einer Frequenz von etwa 4 bis 7 Hertz, was wohl den Theta-Wellen in unserem Gehirn entspricht – legt sich über das Dröhnen der Straßenbahn draußen vor dem Fenster. Es ist, als würde die Trommel mein Nervensystem an die Hand nehmen und sagen: 'Komm, wir schalten jetzt mal einen Gang runter'.

Eine schamanische Trommel liegt neben Pfingstrosen auf einem Holzboden.

Ein plötzliches Ausatmen: Wenn der Knoten sich lockert

Ich erinnere mich an einen Abend im April, nach einer besonders harten Woche mit viel Trauerfloristik. Ich hatte den ganzen Tag Kränze gebunden, weiße Lilien und Schleierkraut, und jedes Mal, wenn ich die Schleifen beschriftete, musste ich an Ingrids Beerdigung denken. Mein Zwerchfell fühlte sich an wie zugeschnürt. Als ich mich abends hinstellte, um die Übung aus dem Kurs zu machen, passierte es bei den ersten Schlägen der Trommel: Ein plötzliches, tiefes Ausatmen schüttelte mich durch. Es war, als würde sich der seit März 2024 fest sitzende Knoten in meiner Brust für Sekundenbruchteile lockern. Nicht viel, aber genug, um wieder Raum zum Atmen zu haben.

In solchen Momenten merke ich, dass die Trommelreise nicht nur eine 'Reise' in eine andere Welt ist, sondern vor allem eine Reise zurück in meinen eigenen Körper. Es ist eine spirituelle Erdung für Anfänger, wie ich sie im Laden oft durch das Wühlen in der Erde suche, nur dass die Trommel tiefer geht. Sie erreicht Schichten, an die ich mit bloßem Nachdenken nicht herankomme. Inzwischen liegen 22 gepresste Blüten in meinem Moleskine-Notizbuch – jede ein Zeugnis für einen solchen Moment, in dem sich etwas bewegt hat.

Warum es manchmal gar nicht funktioniert

Aber ich will ehrlich zu dir sein: Es ist nicht immer magisch. Manchmal ist es einfach nur anstrengend. Letzte Woche zum Beispiel wollte ich eine Übung zur Ahnenarbeit machen. Ich hatte mir alles bereitgelegt, eine wunderschöne Pfingstrose in einer Vase vor mir, die Kerze brannte. Doch kaum fing die Trommel an, entschied Zwetschge, dass das Kabel meiner Kopfhörer das absolut spannendste Spielzeug der Welt ist. Sie jagte das Kabel, sprang mir auf den Schoß, und ich? Ich war einfach nur genervt. Ich habe die Übung nach fünf Minuten abgebrochen und saß weinend in der Küche, weil ich dachte, ich bin zu doof für dieses ganze Programm.

Das ist die Realität, wenn man versucht, Spiritualität in einen normalen Alltag zu integrieren. Manchmal ist man zu müde, manchmal nervt die Katze, und manchmal bleibt das Gefühl der Leere einfach da, egal wie sehr die Trommel dröhnt. Ich lerne gerade, dass auch das okay ist. Dass das 'Nicht-Funktionieren' auch ein Teil des Prozesses ist. Ich bin jetzt im zweiten Monat meines einjährigen Programms POWER OF LOVE, und Thomas Young, der das leitet, betont oft, dass es Zeit braucht. Mit seinen 20 Jahren Veröffentlichungsgeschichte weiß er wahrscheinlich, wovon er spricht, aber für mich als ungeduldige Floristin ist dieses 'Warten auf das Aufblühen' manchmal eine echte Geduldsprobe.

Das Nervensystem und das Trauma: Ein wichtiger Hinweis

Was ich in den letzten Monaten auch gelernt habe – und das ist mir wirklich wichtig zu teilen: Schamanische Reisen sind nicht für jeden in jeder Situation das Richtige. Wenn man, so wie ich, einen schweren Verlust verarbeitet hat oder vielleicht sogar mit K-PTBS (komplexer posttraumatischer Belastungsstörung) zu tun hat, kann der veränderte Bewusstseinszustand durch die Trommel auch mal zu viel sein. Manchmal öffnet die Trommel Türen zu Räumen, für die man in diesem Moment noch gar nicht bereit ist.

In meinem Glossar der Schamanismus-Begriffe erkläre ich zwar die Technik, aber die emotionale Wucht muss man selbst halten können. Wenn du merkst, dass du nach einer Trommelreise völlig 'neben dir' stehst oder Panik bekommst, dann ist das ein Zeichen deines Nervensystems, dass es gerade überfordert ist. In solchen Fällen ist es so wichtig, sich professionelle Hilfe zu suchen. Ein Online-Kurs kann eine wunderbare Ergänzung sein, aber er ersetzt niemals eine therapeutische Begleitung, wenn die Wunden tief sitzen.

Die 13 Clanmütter und die Kraft der Wiederholung

In dem Programm, das ich gerade mache, arbeiten wir mit den 13 Clanmüttern. Es ist ein sehr weiblicher Ansatz, der mir gut tut, weil mir das mütterliche Element seit Ingrids Tod so sehr fehlt. Jede dieser Clanmütter steht für einen bestimmten Aspekt, und die monatliche Wiederholung gibt meinem chaotischen Floristinnen-Alltag eine Struktur. Es ist ein bisschen wie beim Binden eines großen Straußes: Man fängt mit dem Gerüst an, legt Stiel für Stiel dazu, und erst am Ende sieht man, ob das Ganze hält.

Wenn ich heute Abend mein Notizbuch aufschlage, werde ich eine getrocknete Anemone dazukleben. Sie steht für mich für Klarheit. Auch wenn ich noch immer nicht genau weiß, wohin mich dieser Weg führt, spüre ich, dass die Trommelreisen mein Nervensystem langsam 'umschulen'. Ich reagiere im Laden nicht mehr ganz so dünnhäutig auf schwierige Kunden, und mein Umgang mit der Trauer hat sich gewandelt. Es ist mehr ein Ahnenheilung für Anfänger geworden – ein stilles Zwiegespräch mit meiner Mutter, das durch den Rhythmus der Trommel erst möglich wurde.

Vielleicht ist das die eigentliche Wirkung: Dass der Raum in mir, der nach Ingrids Tod so leer und kalt war, durch den Rhythmus wieder begehbar wird. Nicht voll, nicht 'geheilt' im Sinne von 'alles wieder gut', aber begehbar. Und das ist für mich, nach all den Monaten der Stille, schon fast ein Wunder.

Wenn du selbst das Gefühl hast, dass dein Alltag dich energetisch austrocknet, schau dir das Programm ruhig mal an. Es ist kein Sprint, sondern ein langer, langsamer Weg – perfekt für Menschen, die wie ich wissen, dass nichts Gutes über Nacht wächst. Hier findest du mehr Informationen zum POWER OF LOVE Jahresprogramm. Und falls du eher eine Verbindung zur Natur suchst, könnte auch A TOUCH OF ALOHA etwas für dich sein, das sich mehr auf die hawianischen Prinzipien konzentriert, die ich auch sehr schätze.

Ich wünsche dir einen ruhigen Sonntagabend. Ich werde jetzt noch kurz bei Zwetschge auf dem Fensterbrett sitzen, den Regen beobachten und versuchen, einfach nur zu atmen. Ganz ohne Trommel, ganz ohne Plan. Nur ich und die Stille.

Mal kurz:
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