Das Bluetentagebuch

Ahnenheilung für Anfänger: Wie ich heute anders auf meine Mutter blicke

Die Ranunkel in meiner Hand hat mehr Blütenblätter, als sich in Ruhe zählen lassen. Ich presse sie heute Abend zwischen die Seiten meines Moleskine, meines spirituellen Tagebuchs für diese ganze Reise. Seit der achten Woche in meiner Ahnenheilung-Ausbildung merke ich, wie sich der Schmerz um meine Mutter Ingrid verändert – nicht weniger, aber anders, weicher an den Rändern.

Bevor es weitergeht, ein Hinweis zur Transparenz: In diesem Text stecken Affiliate-Links, wenn du darüber buchst, bekomme ich eine kleine Provision, ohne dass sich dein Preis ändert. Ich schreibe hier ausschließlich über das, was ich selbst gerade bezahle und durchlebe, wie meine eigene Ausbildung. Die genauen Konditionen prüfst du am besten direkt beim Anbieter, ich bin keine Finanz- oder Rechtsberatung.

Ahnenheilung heißt nicht, dass ich alles verstehe

Als Ingrid starb, sieben Wochen nach der Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs, dachte ich, ich wäre vorbereitet. Kränze binden gehört zu meinem Alltag, die Rituale der Trauerfloristik kenne ich in- und auswendig. Nach der Beerdigung blieb trotzdem eine Leere, die sich mit keinem Ritual füllen ließ. Es war nicht das Vermissen allein. Es war das Gefühl, dass zwischen uns beiden noch etwas offen war, das jetzt nirgendwohin mehr konnte.

Ahnenheilung Tagebuch: Nahaufnahme einer Ranunkel neben gepressten Blumen im Notizbuch

Monatelang habe ich gezögert, ob ich mir die Ausbildung POWER OF LOVE wirklich leisten soll. Es ist ein Betrag, der jeden Monat abgebucht wird, ich hätte ihn lieber in neue Regale für den Laden gesteckt. Aber die Struktur der Ausbildung – die Arbeit mit den dreizehn Clanmüttern über zwölf Monate – gibt mir einen Halt, den mir kein Ratgeber je gegeben hat. Ich lerne, Wurzeln zu sortieren, von denen ich nicht wusste, dass sie überhaupt in meinem Boden liegen.

Was mache ich, wenn eine Übung einfach nicht funktioniert?

Vor der Ausbildung habe ich es mit einer Meditations-App versucht, jeden Tag zehn Minuten, ganz diszipliniert. Nach drei Wochen habe ich einfach aufgehört, ohne große Erklärung, das Handy blieb liegen, die Erinnerung kam trotzdem jeden Abend. Es hat sich nie wie meins angefühlt, eher wie eine Hausaufgabe, die ich mir selbst gegeben hatte.

Im Laden ist das nicht anders. Neulich wollte ich nach Feierabend eine kurze Ahnenmeditation probieren, direkt am Bindetisch. Kaum hatte ich die Augen zu, ging die Glocke an der Tür, ein Kunde brauchte noch schnell etwas fürs Wochenende. Die Übung war für diesen Abend gestorben, und ich saß eine Weile einfach nur da, ziemlich frustriert.

Trauerbewältigung ist für mich kein gerader Stiel

Trauerbewältigung, das lerne ich gerade neu, ist kein gerader Stiel, den man einfach in die Vase stellt. Es ist eher wie ein wilder Strauß binden – man macht Pausen, tritt einen Schritt zurück, wirft manchmal einen Stiel weg, der einfach nicht passen will. In der schamanischen Arbeit nennen wir das oft Ahnenverehrung, aber für mich fühlt es sich eher an wie ein vorsichtiges Aufräumen in einem Zimmer, das lange zu war. Innere Leere füllen nach einem Todesfall heißt eben auch, auszuhalten, dass manche Räume erst mal leer bleiben.

Was sich für mich verschiebt, ist nicht der Verlust selbst, sondern die Beziehung dahinter – die Arbeit mit Ingrid als Ahnin bedeutet, dass die Verbindung zu ihr nicht mit ihrem Tod endet, sie verändert sich einfach, Woche für Woche, auf eine Art, die ich vorher nicht kannte.

Der Rest des Curriculums wartet auf andere Sonntagabende: Erdung, geschärfte Hellsinne, Schattenarbeit, energetischer Schutz, sogar die Huna-Lehre aus Hawaii, die im Schwesterprogramm eine größere Rolle spielt, dazu die Trommelreise und irgendwann auch Herzöffnung. Wie sich das alles überhaupt in einen ganz normalen Werktag zwischen Kundschaft und Kühlwasser einfügen lässt, ist noch mal ein eigenes Thema. Beides schlage ich hier nicht auf.

Grenzen ziehen, ohne die Liebe zu verlieren

Was mir niemand vorher gesagt hat: Ahnenheilung bedeutet nicht, plötzlich alles gutzuheißen, was die eigene Mutter getan hat. In vielen spirituellen Kreisen heißt es, man müsse vergeben, um frei zu werden. Aber was, wenn die Mutter jemand war, der einen emotional ausgesaugt hat? Ingrid war fordernd, ihre Bedürfnisse standen fast immer im Zentrum, für meine blieb wenig Raum. Unsere Beziehung fühlte sich manchmal enger an als ein Gewächshaus im August.

Ahnenheilung Alltag: Katze Zwetschge in Helenes Bremer Altbauwohnung

In der Ausbildung übe ich, dass radikale Abgrenzung manchmal der erste Schritt sein kann, nicht das Gegenteil von Heilung. Ich heile vermutlich nicht meine Mutter, ich heile eher den Blick, den ich auf sie werfe. Bei einer Übung ging es darum, den Namen der Großmutter laut auszusprechen, und als ich den Namen meiner Oma väterlicherseits rief, zitterten meine Unterarme regelrecht. Es war beängstigend und befreiend zugleich. Mir wurde klar, dass Ingrids ständige Suche nach Bestätigung vielleicht ein Schutzschild war, das sie selbst von ihrer eigenen Mutter geerbt hatte. Das entschuldigt nichts, aber es macht das Foto auf meinem Kaminsims ein bisschen weniger bedrohlich.

Wenn Vergebung sich für dich gerade wie Verrat an dir selbst anfühlt, so wie sie sich lange für mich angefühlt hat, dann hol dir bitte professionelle Unterstützung. Ein Kurs kann viel in Bewegung bringen, er ersetzt aber keine Therapie, wenn die Wunden tief sitzen. Ich habe dazu auch Vergebung lernen durch Rituale aufgeschrieben, falls dich das gerade beschäftigt.

Wie fühlt sich ein Fortschritt eigentlich an?

Sonntagnachmittags laufe ich oft eine Runde durch den Bürgerpark, bevor ich mich ans Notizbuch setze. Eine Nachbarin, die ihren Schrebergarten an der Hemmstraße pflegt, hat mich neulich gefragt, ob ich wieder besser schlafe. Ich habe nicht wirklich geantwortet, aber die Frage ist hängen geblieben.

Am Bindetisch, ein paar Tage später, habe ich ohne nachzudenken die alte Melodie gesummt, die Ingrid immer beim Abwasch gesungen hat. Normalerweise zieht sich bei dieser Melodie etwas in mir zusammen. Diesmal nicht. Ich habe einfach weitergesummt, die Stängel zugeschnitten, und es hat schlicht nicht wehgetan. Das ist für mich inzwischen das eigentliche Zeichen von Fortschritt in der Ahnenarbeit – nicht dass eine Erinnerung verschwindet, sondern dass sie beim Wiederkommen nicht mehr zusticht.

Heute Abend schreibe ich wieder in mein Moleskine, wie an jedem Sonntag, vielleicht nur drei Sätze. Ich presse eine Pfingstrose zwischen die Seiten, für den schweren, großen Moment am Bindetisch. Ich bin keine Heilerin, das weiß ich inzwischen sicher, aber etwas in mir lässt sich offenbar doch bewegen, wenn ich ihm Zeit gebe. Was ich daraus mitnehme: Trauer muss nicht verschwinden, damit sich etwas verändert, sie darf bleiben und trotzdem leiser werden. Meine erste schamanische Einzelsitzung war der Auslöser für all das, aber die kontinuierliche Arbeit im Kurs ist das, was gerade wirklich Wurzeln schlägt. Wenn dich das anspricht: Mehr zu POWER OF LOVE findest du hier, aber lies dir die Bedingungen beim Anbieter selbst genau durch, ich bin keine Rechtsberatung.

Mal kurz:
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