Das Bluetentagebuch

Energetischer Schutz für Hochsensible im Kundenkontakt als Floristin

Es ist ein später Nachmittag im Juli, der Regen trommelt gegen die hohen Fenster meines Ladens im Bremer Viertel, und die Luft riecht nach feuchter Erde und dem schweren, süßen Duft von Lilien. Meine Hände sind rissig vom kalten Wasser, und unter den Fingernägeln sitzt dieser feine, dunkle Rand, den man als Floristin nie ganz loswird. Ich binde gerade einen Strauß aus Rittersporn und weißen Rosen, als die Messingglocke an der Tür schrillt. Ein Kunde tritt ein, die Schultern hochgezogen, eine Wolke aus Stress und ungesagtem Kummer im Schlepptau. Früher hätte mich diese Energie einfach umgeworfen, wie eine Windböe ein schlecht gesichertes Gesteck.

Hinweis: In meinen Texten erzähle ich von meinem ganz persönlichen Weg. Dabei verwende ich manchmal Affiliate-Links. Wenn du über diese Links etwas kaufst, erhalte ich eine Provision – für dich bleibt der Preis natürlich gleich. Ich empfehle hier nur Dinge, die ich selbst nutze und für die ich mein eigenes Geld ausgebe, wie meine aktuelle Ausbildung. Bevor du selbst eine Ausbildung beginnst, die viel Zeit oder Geld kostet, lies dir bitte die Bedingungen beim Anbieter genau durch. Ich bin keine Rechtsberaterin und auch keine Ärztin. Meine Erfahrungen ersetzen keinen medizinischen Rat.

Wenn die Grenzen flüssig werden: Der Alltag im Blumenladen

Seit 13 Jahren führe ich nun diesen kleinen Laden mit seinen schiefen Holzregalen. Man sollte meinen, ich hätte inzwischen eine Hornhaut auf der Seele, so wie ich sie an den Fingerkuppen habe. Aber seit dem Tod meiner Mutter Ingrid im März 2024 ist etwas anders geworden. Es ist, als wäre eine Schutzschicht weggebrochen. Besonders in der Trauerfloristik, wenn Menschen mit verweinten Augen vor mir stehen und einen Kranz für eine Beerdigung bestellen, spüre ich jeden Schmerz, als wäre es mein eigener. Ich kenne die Rituale, ich weiß, wie man Steckmoos wässert, bis es schwer und satt ist, aber ich wusste lange nicht, wie ich mich selbst davor schütze, im Schmerz der anderen zu ertrinken.

In der hektischen Osterwoche dieses Jahres erreichte das Ganze einen Tiefpunkt. Der Laden war voll, die Menschen ungeduldig, und ich fühlte mich wie ein offenes Gefäß, in das jeder seinen Frust und seine Eile hineinschüttete. Am Abend saß ich in meiner Altbauwohnung, Zwetschge, meine 15-jährige Katze, schnurrte auf meinem Schoß, aber ich konnte mich kaum bewegen. Meine Unterarme zitterten – ein Zeichen, das ich mittlerweile gut kenne. Es ist nicht die körperliche Arbeit, es ist die energetische Überlastung.

Hände einer Floristin beim Vorbereiten von Steckmoos in einem Blumenladen.

Ein Versprechen an mich selbst: Power of Love

Im Februar 2026 habe ich mich für das einjährige Online-Programm /ref/power-of-love angemeldet. Es war eine Entscheidung aus dem Bauch heraus, während ich an einem Sonntagabend in mein Moleskine-Notizbuch schrieb. Der monatliche Betrag ist für eine Floristin eigentlich zu hoch, ein Betrag, den ich mir zweimal überlegen müsste. Aber es fühlte sich wie ein echtes Versprechen an mich selbst an. Ein Ankerplatz in der Brandung meines Alltags.

In diesem Kurs geht es um die 13 Clanmütter, weibliche Archetypen, die uns durch das Jahr begleiten. Ich lerne dort nicht, wie man eine Schamanin wird – ich glaube gar nicht, dass ich das will. Aber ich lerne, wie man einen Raum hält, ohne darin verloren zu gehen. In den ersten Wochen dachte ich oft: Was mache ich hier eigentlich? Ich sitze vor dem Bildschirm, während im Laden die Arbeit wartet. Doch dann spürte ich, wie meine Wurzeln zum ersten Mal seit Jahren wieder Wasser ziehen. Es ist wie bei einer Pflanze, die zu lange in einem zu kleinen Topf stand – man muss sie umtopfen, damit sie wieder atmen kann.

Ich habe in dieser Zeit oft über die Ahnenheilung für Anfänger nachgedacht und wie ich heute anders auf meine Mutter Ingrid blicke. Sie war auch so eine, die alles aufgesaugt hat. Vielleicht lerne ich das jetzt auch für sie mit.

Die Glasglocke, die keine war

Ein Moment im Mai hat mir gezeigt, dass Theorie und Praxis zwei sehr unterschiedliche Dinge sind. Ich hatte in einer der Lektionen über energetischen Schutz gelesen und versuchte, mich im Laden mit einer visualisierten Glasglocke zu schützen. Ein Schutzschild aus Licht, so stellte ich es mir vor. Dann kam eine Stammkundin herein, die gerade eine schwere Diagnose erhalten hatte. Sie wollte nur ein paar Anemonen für ihre Fensterbank.

Ich war so darauf konzentriert, meine Glasglocke aufrechtzuerhalten, dass ich komplett unnahbar wurde. Ich überhörte die feinen Nuancen in ihrer Stimme, die kleine Pause, in der sie eigentlich hätte weinen wollen. Ich war geschützt, ja, aber ich war nicht mehr präsent. Ich habe die Verbindung gekappt, um mich zu retten. Das war ein Scheitern, das wehtat. Am nächsten Tag presste ich eine Anemone für Klarheit in mein Tagebuch – es war die zwanzigste Blüte in meiner Sammlung.

Ich habe begriffen, dass Schutz nicht bedeutet, Mauern zu bauen. Es ist eher wie ein spirituelle Erdung für Anfänger. Man muss tief verwurzelt sein, damit der Wind durch die Zweige streichen kann, ohne den Baum zu entwurzeln. Wenn ich heute im Laden stehe und merke, dass ein Gespräch zu schwer wird, stelle ich mir nicht mehr eine Glasglocke vor. Ich spüre meine Füße auf dem Dielenboden, atme den Geruch von frischem Eukalyptus ein und stelle mir vor, dass der Schmerz des Kunden durch mich hindurch in die Erde fließt, genau wie das überschüssige Wasser beim Gießen der Pflanzen.

Ein offenes Notizbuch mit einer gepressten Pfingstrose und handschriftlichen Notizen.

Die 13 Clanmütter als unsichtbare Helferinnen

Jetzt im Juli merke ich, wie die Arbeit mit dem /ref/power-of-love Programm Früchte trägt. Die 13 Clanmütter sind für mich wie 13 verschiedene Arten, die Welt zu betrachten. Es ist ein langsamer Prozess, genau wie das Wachsen einer Pfingstrose. Man kann sie nicht aufziehen, man kann nur den Boden bereiten und warten.

Wenn ich heute eine Pfingstrose binde – eine Blume, die ich für die großen Momente reserviere –, spüre ich oft eine Präsenz, die den leeren Raum füllt, den meine Mutter hinterlassen hat. Es ist nicht mehr diese klaffende Wunde. Es ist eher ein Platzhalter für etwas Neues. Ich nutze Techniken zur Intuition stärken während der Arbeit, um zu spüren, welche Blume ein Kunde gerade wirklich braucht. Oft ist es nicht das, was sie aussprechen.

Manchmal, wenn ich sonntagabends an meinem Küchentisch sitze und die Erlebnisse der Woche sortiere, frage ich mich, ob ich das alles nur erfinde. Aber dann spüre ich dieses Nachlassen des Zitterns in meinen Armen, sobald ich die gepresste Blüte der Woche in mein Moleskine klebe. Es funktioniert, auch wenn ich nicht erklären kann, warum. Es ist eine Form von Selbstfürsorge, die weit über ein Schaumbad hinausgeht. Es ist die Arbeit an den eigenen Wurzeln.

Falls du selbst merkst, dass dich die Gefühle anderer Menschen oft erdrücken – sei es im Beruf oder privat –, dann schau dir vielleicht einmal an, was Thomas Young mit seinem Programm anbietet. Es ist keine schnelle Lösung, keine Pille gegen den Weltschmerz. Aber es ist ein Weg, sich selbst wieder zu spüren. Mir hilft es, in meinem kleinen Laden im Viertel nicht nur zu überleben, sondern wieder wirklich da zu sein. Wenn die Gefühle zu schwer werden, ist es allerdings immer ratsam, sich professionelle Hilfe bei einem Therapeuten zu suchen. Ein Online-Kurs kann viel bewegen, aber er ist kein Ersatz für eine medizinische Behandlung. Hier findest du mehr zur Power of Love Ausbildung, falls dein Herz danach ruft.

Jetzt ist es spät geworden, Zwetschge ist auf dem Fensterbrett eingeschlafen und der Regen hat aufgehört. Morgen früh wartet der Großmarkt auf mich. Ich werde nach den schönsten Pfingstrosen Ausschau halten – für die Kunden und ein bisschen auch für mich selbst.

Mal kurz:
Keine der Informationen auf dieser Website stellt eine medizinische, rechtliche oder finanzielle Beratung dar. Alle Inhalte basieren auf persönlicher Erfahrung. Wenden Sie sich an einen qualifizierten Fachmann für eine auf Ihre Situation zugeschnittene Beratung.

Verwandte Artikel