
Es ist fast halb zehn an diesem feuchten Augustabend in Bremen, und im Laden riecht es nach nassem Eukalyptus und dem schweren, fast metallischen Duft von Regen auf dem Asphalt des Viertels. Ich stehe am Bindetisch, die Hände noch kühl vom Blumenwasser, und starre auf das leuchtende Rechteck meines Laptops, das zwischen den Gartenscheren und Drahtrollen steht. Früher hätte ich gedacht, dass Spiritualität nur in der Stille von Worpswede stattfinden kann, dort, wo der Wind über das Moor weht – aber heute Abend ist die Trommelreise nur einen Klick entfernt.
Bevor ich dir erzähle, wie ich das alles unter einen Hut bekomme, ein kleiner Hinweis: Wenn du über meine Links etwas kaufst, erhalte ich eine Provision. Für dich ändert sich am Preis rein gar nichts. Ich schreibe hier nur über Kurse, die ich selbst bezahle und die in meinem Moleskine-Tagebuch auftauchen. Ich bin keine Ärztin oder Therapeutin, sondern Floristin. Wenn es dir wirklich schlecht geht, such dir bitte professionelle Hilfe bei einem Hausarzt oder Therapeuten – eine Online-Ausbildung ist ein wunderbares Werkzeug, aber keine medizinische Behandlung.
Zwischen Trauerfloristik und dem eigenen leeren Raum
Seit meine Mutter Ingrid im März 2024 starb – nur 7 Wochen nach der Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs –, fühlt sich mein Leben oft an wie ein Strauß, bei dem die Mitte fehlt. Ich binde jeden Tag Kränze für Fremde, kenne das Ritual, das Schleierkraut, die gedämpften Stimmen. Aber für meine eigene Leere hatte ich keinen Plan. Nach der Beerdigung dachte ich, ich müsste wegfahren, mich zurückziehen, um wieder zu mir zu finden. Aber wer gießt die Pflanzen im Laden? Wer füttert Zwetschge, meine 15-jährige schildpattfarbene Katze, die am liebsten auf dem Küchenfensterbrett den Tauben zuschaut?
Die Realität einer Floristin ist körperlich hart. Ich arbeite die ganze Woche mit den Händen in Wasser und Erde. Als mir eine Stammkundin im August 2024 die Schamanin in Worpswede empfahl, war das wie ein Rettungsanker. Doch einmal im Monat rauszufahren, war das Maximum. Als ich im Februar 2026 beschloss, eine tiefergehende Ausbildung zu machen, stand ich vor der Wahl: Wieder Monate warten auf einen freien Platz in einer Präsenzgruppe oder mich auf das Abenteuer Online-Programm einlassen.

Warum Online kein Kompromiss ist, sondern eine Brücke
Ich hatte Angst, dass eine Online-Ausbildung zu technisch ist. Zu kalt. Dass der Bildschirm die Magie schluckt. Aber jetzt, im zweiten Monat von POWER OF LOVE, merke ich etwas Erstaunliches: Die Tiefe entsteht nicht durch den Ort, sondern durch die Beständigkeit. Das Programm basiert auf der Weisheit der 13 Clanmütter, und jede dieser archetypischen Lehrerinnen begleitet mich einen Monat lang. Es ist ein Jahresprogramm, das mir genau die 12 Monate Zeit gibt, die ich brauche, um die Bruchstücke in mir wieder zusammenzusetzen.
Der größte Vorteil bei wenig Zeit? Ich muss nicht erst zwei Stunden im Stau stehen oder den Laden früher schließen. Ich kann die Übungen genau dann machen, wenn die Messingglocke an der Tür für den Tag verstummt ist. Manchmal sitze ich noch in meiner Schürze in der Küche, während die Trommelklänge aus den Laptop-Lautsprechern kommen. Es gab diesen einen Moment letzte Woche: Ich hatte gerade die Eimer für die Anemonen frisch befüllt, meine Handgelenke waren eiskalt vom Wasser, und während ich die ersten Sätze des neuen Moduls hörte, spürte ich eine plötzliche Wärme in meiner Brust. Ich musste nicht erst „spirituell bereit“ sein. Ich war einfach da, mitten im Alltag.
Es ist ein bisschen wie beim Wiederentdecken der Verbindung zur eigenen Seele – man findet sie nicht im Urlaub, sondern in den kleinen Pausen zwischen den Aufgaben. Dass ich die Raten für den Kurs monatlich zahle, macht die Verbindlichkeit für mich greifbar. Es ist ein Betrag, den ich spüre, aber er erinnert mich auch jeden Monat daran, dass ich mir selbst diese Zeit wert bin.
Die schamanische Arbeit als „Störfaktor“ im Stress
In vielen Ratgebern liest man, man solle sich „Inseln der Ruhe“ schaffen. Ganz ehrlich? In meinem Alltag im Bremer Viertel gibt es keine Inseln. Es gibt nur das Meer aus Bestellungen, Lieferanten und Kundenwünschen. Mein neuer Ansatz ist deshalb ein anderer: Ich integriere die spirituellen Übungen als bewusste Störfaktoren in die Hektik. Statt darauf zu warten, dass es ruhig wird, breche ich die Hektik auf.
Letzten Dienstag zum Beispiel: Der Laden war voll, ich war müde, und eine Kundin war besonders schwierig wegen ihrer Pfingstrosen-Bestellung. In einer kurzen Pause, während ich hinten im Lager neue Stiele anschnitt, habe ich mich kurz mit meinem Krafttier verbunden. Nur drei Atemzüge. Das hat nichts an der Schlange im Laden geändert, aber es hat verändert, wie ich darin stand. Es ist ein Lernen von Geduld, das mir keine App beibringen kann, sondern nur die tägliche Praxis.
Natürlich klappt nicht alles. Es gab einen Abend, da wollte ich eine Ahnenarbeit-Meditation machen, aber Zwetschge hat ununterbrochen gegen die Küchentür gekratzt, bis ich abgebrochen habe. Ich saß da, den Kopf in den Händen, und dachte: „Das wird nie was.“ Aber genau das ist der Punkt. Schamanismus ist nicht für das perfekte Leben in einer Höhle gedacht, sondern für das echte Leben mit kratzenden Katzen und unbezahlten Rechnungen. Und es hilft zu wissen, wie Haustiere unsere Entwicklung begleiten – sie erden uns, wenn wir zu sehr in den Kopf abrutschen.
Struktur für ein ganzes Jahr: Die 13 Clanmütter
Was mir an POWER OF LOVE besonders hilft, ist der feste Rahmen. Wenn man wenig Zeit hat, verliert man sich leicht in der Beliebigkeit. Hier weiß ich: Es gibt 13 Clanmütter, 13 Aspekte der Weiblichkeit, die nacheinander dran sind. Es ist wie ein Strauß, den man langsam aufbaut – Stiel für Stiel. Manchmal fühle ich mich überfordert, aber dann lese ich im Forum von anderen Frauen, die ähnliche Kämpfe führen. Dieser Austausch ist Gold wert, besonders wenn man wie ich alleine lebt und abends niemanden hat, dem man von den seltsamen Bildern aus der Trommelreise erzählen kann.
- Flexibilität: Ich lerne, wann ich will (meistens sonntagabends oder spät nach Ladenschluss).
- Tiefe trotz Distanz: Die Video-Lektionen von Thomas Young sind so gestaltet, dass ich mich direkt angesprochen fühle.
- Langfristigkeit: 12 Monate geben der Trauer den Raum, den sie braucht, ohne dass ich mich beeilen muss, „geheilt“ zu sein.
Ich habe inzwischen über zwanzig getrocknete Blüten in meinem Moleskine. Gestern habe ich eine Pfingstrose für einen besonders intensiven Moment der Herzöffnung gepresst. Ich weiß immer noch nicht, wohin mich dieser Weg am Ende führen wird. Aber ich weiß, dass ich nicht mehr warte, bis ich „Zeit habe“. Ich nehme sie mir einfach, mitten im Bremer Regen, zwischen Eukalyptus und dem Schnurren von Zwetschge. Wenn du auch das Gefühl hast, dass du eine Struktur brauchst, die in dein echtes Leben passt, schau dir das Jahresprogramm ruhig mal an. Es muss nicht alles sofort perfekt sein – es reicht, wenn sich etwas bewegt.
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