Das Bluetentagebuch

Huna Ausbildung Erfahrungen: Wie A Touch of Aloha meine Liebe zur Natur vertieft

Jalousien hoch, und das Licht liegt so auf den Kupfereimern, dass der Laden für einen Moment schön aussieht – ohne dass ich etwas dafür getan hätte.

Ich presse eine kleine Ranunkel zwischen zwei Seiten meines Moleskine, ein Ritual, das ich seit dem Tod meiner Mutter Ingrid bei bestimmten Momenten wiederhole. Meine Huna-Ausbildung bei A Touch of Aloha und das, was ich über Trauerverarbeitung lerne, passen selten in einen Satz, aber dieser Moment am Fenster kommt dem nahe, was ich unter Naturspiritualität verstehe: nicht die große Erleuchtung, sondern ein Eimer Wasser, der auf einmal klar aussieht.

Kurzer Hinweis vorweg: Was hier steht, ist mein persönliches Tagebuch, kein allgemeiner Ratgeber, und ich bin Floristin, keine Ärztin oder Therapeutin. Der Text enthält Affiliate-Links zu Kursen, für die ich selbst monatlich bezahle – wenn du darüber buchst, bekomme ich eine Provision, ohne dass es für dich teurer wird. Bevor du eine mehrjährige Ausbildung beginnst, lies dir die Vertragsbedingungen genau durch. Hier findest du meine vollständige Offenlegung.

Der leere Raum, der nach Ingrid blieb

Seit meine Mutter Ingrid gestorben ist, gibt es diesen Raum in mir, der sich nicht wie gewöhnliche Trauer anfühlt. Eher wie ein Zimmer, das leer geräumt wurde und in das ich nicht hineingehe, weil ich nicht weiß, was ich dort hinstellen soll. Als Floristin arbeite ich seit vielen Jahren fast täglich mit Trauerfloristik – ich kenne die Kränze, ich kenne die Sprache der Blumen für den Abschied. Trotzdem halfen mir die eigenen Rituale nicht, als es um Ingrid ging.

Zuerst habe ich es mit Büchern versucht. Ein Stapel über Trauer neben dem Bett, dann ein zweiter, irgendwann ein dritter – bis die Stapel höher waren als das, was ich noch lesen konnte, und keines der Bücher traf, was ich eigentlich brauchte.

Danach kam ein Frauenkreis in Worpswede, auf Empfehlung einer Kundin, und im Februar die Anmeldung bei A Touch of Aloha, einer festen Struktur mit einem Lehrer, der seit über zwanzig Jahren spirituelle Wege unterrichtet. Als ich sah, was das monatlich für mein Budget bedeutet, dachte ich kurz: Ingrid würde sagen, ich hätte den Verstand verloren. Aber sie ist nicht mehr da, um mir zu sagen, was ich mit dieser drückenden Stille anfangen soll.

Manchmal sitze ich abends in meiner Wohnung, Zwetschge schnurrt auf dem Fensterbrett, und ich starre lange auf den Login-Bildschirm des Kurses, bevor ich mich hineinklicke. In den Modulen ist die Rede von Verbundenheit und vom Aloha-Spirit, und ich würde in diesem Moment lieber ein Butterbrot essen, als zu meditieren. Es ist selten der glänzende Weg, den die Werbung verspricht. Öfter ist es die Frage, ob ich nach einem langen Tag im Laden überhaupt noch etwas übrighabe für die inneren Prozesse.

Meine Huna-Ausbildung und die Blumen

Was mich an der Huna-Lehre wirklich hält, ist die Nähe zur Natur, nicht die exotische Verpackung drumherum. Zwei Prinzipien begegnen mir in fast jedem Modul: Ike, die Vorstellung, dass die Welt das ist, wofür wir sie halten, und Kala, die Idee, dass es keine wirklich festen Grenzen gibt. Seit ich damit arbeite, sehe ich die Stiele in meinen Händen anders – nicht nur als Ware, die verkauft werden muss, sondern als etwas mit eigener Kraft. Das Huna-System ist für mich kein Fluchtweg nach Hawaii, sondern eher eine Brille, durch die das Bremer Viertel plötzlich anders aussieht.

Beim Binden eines großen Straußes mit Pfingstrosen kam mir neulich ein Satz aus der Ausbildung wieder in den Sinn: dass die Natur nie hetzt, um zu blühen. In diesem Moment löste sich etwas in meinen Schultern, ein Stück von der Anspannung, die seit Ingrids Tod dort sitzt. Es war kein großer Durchbruch – nur eine Sekunde, in der ich spürte, dass ich nicht ständig meine innere Leere füllen muss, sondern auch einfach neben ihr stehen darf, während die Pfingstrose fertig wird.

Zwischen Trommelkreis und Bildschirm

Einmal im Monat, an einem Samstag, fahre ich nach Worpswede zu einem kleinen Frauenkreis – acht Frauen, eine Trommel, kein Zertifikat am Ende. Manchmal fährt Lore Ahlers mit, die schon seit dem allerersten Samstag neben mir sitzt. Sie stellt im Auto oft die Fragen, die ich am wenigsten beantworten kann, und ich habe aufgehört, das als Angriff zu verstehen – eher als das, was ein guter Beifahrer eben tut.

Die Module von A Touch of Aloha sind das Gegenteil davon: keine Trommel, keine anderen Stimmen im Raum, nur ich, ein Bildschirm und mein eigenes Tempo. Ein Modul geht auch früh am Morgen oder erst nach Ladenschluss, niemand wartet auf mich dabei. Was mir im Kreis an Nähe gegeben wird, fehlt mir dort komplett, aber dafür kann dort niemand meine Trauer beobachten, während ich selbst noch nicht weiß, wie ich sie zeigen will.

Nach einem Samstag in Worpswede laufe ich manchmal noch am Osterdeich an der Weser entlang, bevor ich nach Hause fahre, einfach um im Kopf wieder Platz zu schaffen für den Laden am Montag. Danach zurück am Bildschirm zu sitzen, fühlt sich fast zu still an, wie ein Raum, aus dem gerade jemand gegangen ist. Trotzdem merke ich: Der Kreis gibt mir die Trommel und die Stimmen der anderen Frauen. Die Module zuhause geben mir die Stille, in der ich selbst prüfen darf, was von alldem wirklich zu mir passt, ohne dass acht Augenpaare zusehen. Inzwischen glaube ich, dass ich gerade beides brauche, nicht das eine anstelle des anderen.

Vorerst nicht die Ahnenlinie wählen

Vor der Anmeldung hatte ich mir auch POWER OF LOVE angeschaut, ebenfalls von Thomas Young. Dort geht es viel um die weibliche Ahnenlinie – genau das Thema, das nach Ingrids Tod eigentlich naheliegt. Ich habe gemerkt, dass ich zuerst diese Weite brauche, dieses Hawaii-Bild ohne direkten Bezug zu meiner eigenen Familie, bevor ich mich näher an die Ahninnen heranwage. Die monatliche Rate bei A Touch of Aloha tut trotzdem jeden Monat ein bisschen weh, und ich habe aufgehört, das schönzureden. Vielleicht ist POWER OF LOVE irgendwann der nächste Schritt für mich, nur eben nicht jetzt.

Für jemanden, die den ganzen Tag unter Strom steht – Kundinnen bedienen, Lieferungen prüfen, den Laden am Laufen halten –, ist die größte Herausforderung oft die geforderte Ruhe selbst. Viele spirituelle Ratgeber tun so, als hätte man stundenlang Zeit für Rituale, aber wer einen eigenen Laden führt oder allein den Alltag stemmt, weiß, dass das an der Realität vorbeigeht. Ich lerne gerade, dass spirituelle Entwicklung im Alltag zu integrieren auch zwischen zwei Kundinnen passieren kann, in einem einzigen tiefen Atemzug, während vorne die Glocke läutet.

Wenn die Trommelreise im Kopf stecken bleibt

Es klappt nicht alles. Letzte Woche sollte ich eine schamanische Reise machen, um mein Krafttier näher kennenzulernen. Ich saß auf dem Kissen, Zwetschge sah mich fragend an, und in meinem Kopf passierte – nichts. Nur der Gedanke, dass ich Eukalyptus nachbestellen muss und ob die Anemonen für die Hochzeit am Samstag rechtzeitig aufgehen würden. Ich habe die Übung abgebrochen. Es fühlte sich an wie ein Stiel, der schon zu weit welk ist, um ihn noch zu retten.

Trauerintegration, wie es in einem der Module heißt, klingt nach einem klaren Prozess mit Anfang und Ende, aber bei mir sieht es eher aus wie das Sortieren von Blumen nach einer Lieferung, bei dem sich manche Stiele sofort gerade stellen und andere sich nie ganz öffnen und trotzdem im Strauß landen. Ich bin keine Heilerin und werde wahrscheinlich auch keine – ich bin Helene, die Floristin, die versucht zu verstehen, warum die Welt ohne ihre Mutter so anders aussieht. Falls du gerade in einer ähnlichen Lage bist und merkst, dass die Trauer zu schwer wird, sprich bitte auch mit deinem Hausarzt oder einer approbierten Therapeutin – ein Online-Kurs kann viel bewegen, ersetzt aber keine fachliche Begleitung.

Inke Glandorf kam heute vorbei, wie sie es zu bestimmten Anlässen tut, für ein paar Stiele in gedeckten Farben. Sie hat mal gefragt, ob ich glaube, dass Blumen eine Seele haben. Eine überzeugende Antwort habe ich ihr nie gegeben – aber allein dass sie kommt, zeigt mir inzwischen, dass das, was ich hier mache, nicht bedeutungslos ist.

Ich trete heute Abend einen Schritt zurück von der Arbeit auf dem Tisch, so wie ich es im Laden mache, um zu sehen, ob die Proportionen stimmen. Was ich am Ende mit alldem anfange, weiß ich nicht. Aber der Raum in mir fühlt sich gerade nicht mehr ganz so leer an – er riecht nach feuchter Erde und, ganz leise, nach Aloha.

Diese Sonntagabend-Notizen sind meine ehrlichsten spirituellen Erfahrungen aus den Modulen und aus Worpswede, ungeschönt nebeneinander gestellt. Wenn auch du spürst, dass sich etwas verschieben will, schau dir A Touch of Aloha in Ruhe an, oder, falls die Ahnenlinie näher an deiner eigenen Geschichte liegt, die Arbeit an der Heilung des inneren Kindes. Wichtig ist nur, dass du selbst spürst, wann der erste Schritt dran ist.

Wichtig:
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