
Draußen peitscht der Mai-Regen gegen die Scheiben meines kleinen Ladens im Viertel, und das Wasser in den Eimern ist heute Morgen so eisig, dass meine Fingerknöchel schmerzen. Ich stehe am Bindetisch und presse eine winzige, zartrosa Ranunkel vorsichtig zwischen die Seiten meines Moleskine-Tagebuchs. Es ist ein Moment der Stille, bevor die Messingglocke an der Tür den Tag einläutet. In meinem Kopf hallen noch die Worte aus dem letzten Modul nach, während ich versuche, mir ein inneres Bild von einem warmen hawaiianischen Sonnenaufgang zu bewahren – ein krasser Kontrast zum grauen Bremer Himmel und dem stechend kalten Blumenwasser an meinen Händen.
Hinweis: In diesem Tagebuch teile ich meine ganz persönlichen Wege. Der Beitrag enthält Affiliate-Links – wenn du darüber etwas buchst, erhalte ich eine Provision, ohne dass es für dich teurer wird. Ich empfehle hier nur, was ich selbst für mein eigenes Leben nutze und wofür ich monatlich bezahle. Bitte bedenke, dass ich Floristin bin, keine Ärztin oder Therapeutin. Bevor du eine teure Ausbildung beginnst, lies dir die Verträge genau durch. Hier findest du meine vollständige Offenlegung.
Der leere Raum nach dem März 2024
Seit meine Mutter Ingrid im März 2024 starb, war da dieser Raum in mir. Er war nicht einfach nur traurig, er war leer. Als Floristin arbeite ich seit 13 Jahren fast täglich mit Trauerfloristik. Ich kenne die Symbolik von Kränzen, ich weiß, wie man Abschied bindet. Aber als es Ingrid betraf, halfen mir die Rituale nicht mehr. Ich suchte nach etwas, das tiefer geht als die bloße Form.
Nach meinen ersten zaghaften Schritten in einem Frauenkreis in Worpswede habe ich mich im Februar dieses Jahres für ein strukturiertes Programm angemeldet. Es heißt A Touch of Aloha und wird von Thomas Young geleitet, der seit über 20 Jahren spirituelle Wege lehrt. Es war eine große Entscheidung – auch finanziell. Als ich die Gesamtsumme von 2865 Euro in meinem Kassenbuch sah, dachte ich kurz: Ingrid würde sagen, ich habe den Verstand verloren. Aber sie ist nicht mehr da, um mir zu sagen, was ich mit dieser drückenden Stille anfangen soll.
Manchmal sitze ich sonntagabends in meiner Altbauwohnung, die Katze Zwetschge schnurrt auf dem Fensterbrett, und ich starre bestimmt vierzig Minuten lang auf den Login-Bildschirm des Kurses. Ich fühle mich dann wie eine Hochstaplerin. Da wird von Aloha-Spirit und tiefer Verbundenheit gesprochen, und ich möchte eigentlich lieber ein Käsebrot essen, als zu meditieren. Es ist nicht immer dieser glänzende Pfad der Erleuchtung, den man in der Werbung sieht. Oft ist es harte Arbeit, sich nach einem Zehn-Stunden-Tag im Laden noch auf die inneren Prozesse einzulassen.
Huna im Alltag einer Floristin
Was mich an der Huna-Lehre so fasziniert, ist die Verbindung zur Natur. Im Huna gibt es Prinzipien wie Ike (die Welt ist das, wofür wir sie halten) oder Kala (es gibt keine Grenzen). In den letzten Wochen habe ich begonnen, meine Blumen anders zu betrachten. Es ist, als würde ich die Lebenskraft in den Stielen, die ich in meinen schwieligen Händen halte, deutlicher spüren. Das Huna-System ist für mich kein Fluchtversuch nach Hawaii, sondern eine Linse, durch die ich das Bremer Viertel neu sehe.
Ein besonderer Moment passierte neulich beim Binden eines großen Straußes mit Pfingstrosen. In der Ausbildung wurde erwähnt, dass die Natur niemals hetzt, um zu blühen. In diesem Augenblick passierte etwas Merkwürdiges: Ein plötzliches, unerklärliches Lockern in meinen Schultern – das erste Mal seit zwei Jahren, dass sich dieser Panzer um meinen Nacken ein Stück weit auflöste. Ich begriff, dass ich meine innere Leere füllen kann, indem ich einfach den Takt der Natur annehme, statt gegen den Schmerz anzuarbeiten.
Für jemanden wie mich, die den ganzen Tag unter Strom steht – Kunden bedienen, Bestellungen prüfen, den Laden am Laufen halten –, ist die größte Herausforderung oft die geforderte Ruhe. Viele spirituelle Ratgeber gehen davon aus, dass man stundenlang Zeit für Rituale hat. Aber wer einen eigenen Laden führt oder vielleicht als Alleinerziehende den Alltag stemmt, weiß, dass das utopisch ist. Ich lerne gerade, dass Huna auch zwischen Tür und Angel passieren kann. Ein tiefer Atemzug, während die Messingglocke läutet, ist auch eine Form von Praxis.
Warum Thomas Young?
Ich hatte mir auch das Programm POWER OF LOVE angesehen, das ebenfalls von Thomas Young angeboten wird und sich stark auf die Arbeit mit den 13 Clanmüttern konzentriert. Das wäre vielleicht passend gewesen, um die weibliche Ahnenlinie nach Ingrids Tod zu heilen. Aber momentan brauchte ich diese Weite und die Naturverbundenheit von Hawaii mehr. Die monatliche Ratenzahlung macht es für mich überhaupt erst möglich, auch wenn der Betrag wehtut. Es ist eine Investition in mich selbst, die sich jeden Monat sehr real anfühlt.
- Strukturierte Module, die man im eigenen Tempo bearbeiten kann.
- Tiefe Verbindung zur Naturphilosophie (Huna).
- Ein Lehrer mit jahrzehntelanger Erfahrung.
- Die Möglichkeit, spirituelle Entwicklung im Alltag zu integrieren, selbst im stressigen Blumenladen.
Wenn die Trommelreise im Kopf stecken bleibt
Es klappt nicht immer alles. Letzte Woche zum Beispiel sollte ich eine schamanische Reise machen, um mein Krafttier tiefer zu verstehen. Ich saß auf meinem Meditationskissen, Zwetschge starrte mich verständnislos an, und in meinem Kopf passierte... gar nichts. Ich dachte nur daran, dass ich noch Eukalyptus nachbestellen muss und ob die Anemonen für die Hochzeit am Samstag rechtzeitig aufgehen. Ich habe die Übung abgebrochen. Es fühlte sich an wie ein welker Stiel, den man nicht mehr retten kann.
Aber genau das ist es wohl: zu akzeptieren, dass Heilung kein linearer Prozess ist. Ich bin keine Heilerin und werde wahrscheinlich auch keine werden. Ich bin Helene, die Floristin, die versucht zu verstehen, warum die Welt ohne ihre Mutter so anders aussieht. Und falls du dich in einer ähnlichen Situation befindest und merkst, dass die Trauer zu schwer wird, such dir bitte auch professionelle Hilfe bei einem Therapeuten oder deinem Hausarzt. Ein Online-Kurs kann viel bewegen, aber er ersetzt keine medizinische Begleitung.
Ich trete heute Abend einen Schritt zurück von meinem Werkstück, so wie ich es im Laden immer mache, um zu sehen, ob die Proportionen stimmen. Ich weiß noch nicht, was ich am Ende mit all diesem Wissen anfangen werde. Aber der Raum in mir fühlt sich heute nicht mehr ganz so leer an. Er ist jetzt mit dem Duft von feuchter Erde und einer leisen Ahnung von Aloha gefüllt.
Wenn du auch spürst, dass es Zeit für eine Veränderung ist, schau dir die Programme von Thomas Young in Ruhe an. Ob es nun A Touch of Aloha ist oder vielleicht eher die Arbeit an der Heilung des inneren Kindes – wichtig ist nur, dass du den ersten Schritt machst, wenn dein Herz danach ruft.
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