
Draußen peitscht der Bremer Nieselregen gegen die hohen Scheiben meines Ladens im Viertel, und ich stehe hier zwischen Eimern voller halb geschnittener Rosen und dem herben Geruch von frischem Blattgrün. Es ist spät geworden. Die Messingglocke an der Tür schweigt seit einer Stunde, und eigentlich sollte ich längst die Kasse gemacht haben. Aber da war dieser Moment, gerade eben, als ich die letzten Stiele für morgen vorbereitet habe. Ein plötzliches, warmes Ziehen in der Brust, mitten im Herzraum, das sich anfühlte wie ein tiefes Aufatmen, obwohl ich mich gar nicht bewegt hatte. Es ist ein Gefühl, das ich vor einem halben Jahr noch nicht kannte – oder das ich unter der dicken Schicht aus Trauer und Arbeit einfach vergessen hatte.
Bevor ich dir heute mehr von diesem Abend und meinen Übungen erzähle, ein kurzer Hinweis: In diesem Tagebuch teile ich meine ganz persönlichen Erfahrungen mit den Kursen, die ich selbst besuche. Wenn du über die Links in meinen Texten etwas buchst, erhalte ich eine kleine Provision. Für dich ändert sich am Preis natürlich nichts. Ich bin keine Ärztin, keine Psychotherapeutin und keine Heilpraktikerin. Ich bin Floristin. Was ich hier schreibe, ersetzt niemals einen medizinischen Rat. Wenn es dir seelisch oder körperlich wirklich schlecht geht, sprich bitte mit deinem Hausarzt oder einer Fachperson. Hier findest du meine vollständige Offenlegung.
Zwischen Trauerkränzen und der Sehnsucht nach Weite
Seit 13 Jahren führe ich nun diesen kleinen Laden. Ich kenne das Gewicht von Erde an den Händen und das Ritual der Trauerfloristik in- und auswendig. Ich dachte immer, ich wüsste, wie man mit dem Tod umgeht. Aber als meine Mutter Ingrid im März 2024 starb, nur sieben Wochen nach der Diagnose, hat es mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Da war kein Platz mehr für Herzöffnung. Da war nur noch ein leerer Raum in mir, so staubig und verlassen wie ein Dachboden im Winter.
Ich habe lange versucht, dieses Loch mit Arbeit zu füllen. Aber im August 2024, nach einer Empfehlung einer Stammkundin, bin ich das erste Mal nach Worpswede gefahren. Nur eine Einzelsitzung bei einer Schamanin. 120 Euro, zwei Stunden – ich wusste danach nicht mal, was genau passiert war, aber etwas in mir hatte sich bewegt. Wie eine Wurzel, die unter einer Gehwegplatte plötzlich wieder Licht findet. Seit Anfang 2025 fahre ich nun einmal im Monat hin, und im Februar 2026 habe ich mich schließlich für mein erstes großes Online-Programm angemeldet: das POWER OF LOVE Jahresprogramm. Es kostet mich monatlich eine Summe, die ich mir eigentlich kaum leisten sollte, aber ich spüre, dass ich diesen Raum in mir nicht länger leer lassen kann.

Die 13 Clanmütter und der digitale Kreis
Anfangs war ich skeptisch. Ein Online-Programm? Wie soll das gehen, wenn ich doch eigentlich die Trommeln und das Feuer in Worpswede brauche? Aber Thomas Young, der diesen Kurs leitet und seit über 20 Jahren als Autor und Lehrer arbeitet, hat eine Art, die Dinge zu erklären, die mich auch vor dem Bildschirm erreicht. Im Zentrum stehen die 13 Clanmütter – ein Konzept, das für mich wie eine Brücke zu Ingrid wirkt. Manchmal frage ich mich sonntagabends, wenn ich mein Moleskine-Notizbuch aufschlage, ob ich hier nicht einfach für einen digitalen Geist einer Mutterfigur bezahle, weil ich meine eigene Ingrid in diesen schrecklichen sieben Wochen nicht retten konnte.
Aber dann kommen die Übungen zur Herzöffnung. Sie sind für Anfänger wie mich gedacht, ganz ohne komplizierte Theorie. Es geht um Präsenz. Es geht darum, den Fokus vom Kopf in die Mitte der Brust zu verlagern. In den ersten Wochen im März, an einem dieser eiskalten Abende, saß ich in meiner Altbauwohnung, Zwetschge lag auf meinen Knien, und ich versuchte, mein Herz „leuchten“ zu lassen. Es passierte: gar nichts. Außer dass meine Beine einschliefen und ich mich fragte, warum ich mein Geld nicht lieber in neue Anemonen für den Laden gesteckt habe.
Wenn die Übung scheitert: Nelken, Katzen und Flüche
Es klappt nämlich nicht immer. Letzte Woche zum Beispiel wollte ich eine geführte Meditation aus dem Programm machen. Ich hatte mir extra ein Rauchbündel angezündet und saß auf meinem Kissen. Ich war gerade dabei, mir vorzustellen, wie mein Herzraum weit wird, als Zwetschge – meine 15-jährige schildpattfarbene Katze – mit einem gezielten Sprung eine Vase mit weißen Nelken vom Küchentisch fegte. Das Wasser ergoss sich über den Dielenboden, die Nelken lagen verstreut, und ich saß da, fluchte wie ein Kutscher und war meilenweit von Liebe oder Öffnung entfernt.
In solchen Momenten merke ich, wie weit der Weg noch ist. Ich habe die Übung abgebrochen, den Boden gewischt und mich gefragt, ob ich das alles nur träume. Aber genau das ist es wohl: Heilung ist so langsam und unordentlich wie Wildblumen, die man sich selbst überlässt. Es gibt keine Abkürzung. Ich lerne gerade erst, dass auch der Ärger über die nassen Nelken ein Teil meines Herzens ist. In meinem Notizbuch habe ich an diesem Abend nur drei Sätze geschrieben. Keine gepresste Blüte. Nur die Leere ausgehalten. Falls du dich auch gerade fragst, ob du „spirituell genug“ bist: Wenn du über die Katze fluchst, bist du zumindest ehrlich. Das ist ein Anfang.

Mikro-Momente: Herzöffnung für den stressigen Alltag
Was mich am meisten überrascht hat, ist, wie sich diese Arbeit in meinen Laden schleicht. Ich hatte neulich eine Kundin, eine junge Frau, die völlig aufgelöst war. Sie ist alleinerziehend, ihr Kind schrie im Buggy, und sie wollte „einfach nur irgendwas Schönes“, hatte aber kaum Zeit hinzusehen. Früher hätte ich einfach schnell einen Strauß gebunden und sie verabschiedet. Aber diesmal habe ich mich an eine Übung aus dem Power of Love Programm erinnert.
Man braucht keine 30 Minuten Stille. Es reicht ein Atemzug, in dem man sich bewusst macht: Ich bin hier, und mein Herz schlägt. Ich habe kurz innegehalten, während ich die Pfingstrosen für sie ausgewählt habe. In diesem Moment roch ich das kalte Eukalyptusharz an meinen Fingern – dieser Geruch ist für mich inzwischen wie eine Brücke zwischen der Welt der Blumen und der inneren Reise geworden. Ich habe ihr den Strauß gegeben und ihr einfach für zwei Sekunden länger in die Augen geschaut als sonst. Sie hat kurz innegehalten, tief eingeatmet und gelächelt. Das war’s. Ein Mikro-Moment der Herzöffnung mitten im Bremer Viertel.
Das ist es, was ich Anfängern raten würde: Sucht nicht nach dem großen Erleuchtungsmoment. Sucht nach dem Moment, in dem ihr beim Abwaschen oder beim Binden eines Kranzes kurz spürt, dass ihr nicht nur aus Pflichten besteht. Ich übe das jetzt täglich. Manchmal hilft mir dabei auch die Erinnerung an meine Ahnenheilung für Anfänger, die mir gezeigt hat, wie viel Wärme eigentlich in meiner Familiengeschichte steckt, auch wenn Ingrid jetzt nicht mehr da ist.
Das körperliche Echo und die Pfingstrose im Moleskine
Etwas Merkwürdiges passiert seit ein paar Wochen. Jedes Mal, wenn ich nach einer intensiven Sitzung – vielleicht nach einer Trommelreise oder einer tiefen Meditation über die Clanmütter – zu meinem Moleskine greife, spüre ich ein deutliches Kribbeln in meinen Handflächen. Es ist fast so, als würden meine Hände, die den ganzen Tag mit Wasser und Erde arbeiten, auf einer anderen Ebene wach werden. Ich weiß noch nicht, was ich damit anfangen soll. Ich glaube nicht, dass ich jetzt plötzlich zur Heilerin werde. Aber ich glaube inzwischen, dass etwas in mir heilbar ist, ganz langsam.
Gestern habe ich die erste Pfingstrose der Saison in mein Tagebuch gepresst. Sie steht für die großen Momente. Für mich war der große Moment diesmal die Erkenntnis, dass mein Herz nicht „kaputt“ ist, sondern nur unter einer Schicht aus altem Schmerz vergraben war. Die Übungen helfen mir, die Erde Schicht für Schicht abzutragen, genau wie ich früher im Garten meiner Mutter die Beete gesäubert habe. Es ist mühsam, man bekommt dreckige Fingernägel, aber am Ende kommt etwas zum Vorschein, das leben will.

Wenn du selbst das Gefühl hast, dass dein Alltag dich erstickt und dein Herz sich wie ein verschlossener Knospe anfühlt, kann ich dir nur raten, dir Zeit zu geben. Vielleicht ist eine spirituelle Erdung ein guter erster Schritt, um erst einmal wieder fest auf dem Boden zu stehen, bevor man das Herz weit aufmacht. Und wenn du tiefer gehen willst, schau dir das Jahresprogramm an, das ich gerade mache. Es ist eine Investition in dich selbst, die weit über einen Online-Kurs hinausgeht.
Ich werde jetzt die Kasse machen und dann nach Hause zu Zwetschge fahren. Morgen kommen frische Ranunkeln, und ich freue mich darauf, sie anzufassen. Es ist Sonntagabend. Die Welt ist stiller geworden. Falls du dich auf den Weg machen willst, dein Herz wieder zu spüren: Fang klein an. Ein Atemzug zwischen zwei Aufgaben reicht oft schon aus. Vielleicht sehen wir uns ja irgendwann im digitalen Kreis oder bei einer der anderen Ausbildungen wie A TOUCH OF ALOHA, über die ich auch schon nachgedacht habe, weil Thomas Young dort seine langjährige Erfahrung mit Hawaii-Prinzipien teilt.
Alles Liebe aus Bremen,
Helene
P.S.: Falls du mehr darüber lesen willst, wie sich meine Arbeit im Laden durch den Kurs verändert hat, schau mal in meinen Beitrag über Power of Love Ausbildung Erfahrungen im Kundenumgang. Es ist erstaunlich, was passiert, wenn man mit einem offenen Herzen Blumen bindet.
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