
Es ist ein schwüler Sonntagabend im August, und draußen über dem Bremer Viertel hängen die Wolken so tief, als wollten sie die schmalen Altbauten zudecken. Ich sitze am Küchentisch, Zwetschge hat sich auf dem Fensterbrett zusammengerollt – ihre schildpattfarbenen Flecken leuchten fast golden im Licht der Lampe. Vor mir liegt mein Moleskine, in dem inzwischen 24 getrocknete Blüten stecken, und ich streiche vorsichtig über eine gepresste Anemone. Sie steht für Klarheit, aber heute fühlt sie sich eher wie ein Anker an, der mich zurück in jenen Moment im April zieht, als in mir drin plötzlich alles ins Rollen kam.
Bevor ich dir davon erzähle, ein kurzer Hinweis: Ich teile hier meine ganz persönlichen Erfahrungen aus meinem Alltag im Blumenladen und meinem Weg mit der schamanischen Arbeit. In diesem Text findest du auch Affiliate-Links zu Kursen, die ich selbst besuche. Wenn du darüber etwas buchst, erhalte ich eine Provision, aber für dich ändert sich am Preis absolut nichts. Ich bin Floristin, keine Rechtsberaterin oder Ärztin, also lies dir bitte die Bedingungen der Anbieter genau durch, bevor du dich für ein langes Programm entscheidest. Hier ist meine Offenlegung.
Der leere Raum und die Messingglocke
Seit 13 Jahren führe ich nun meinen Laden. Ich kenne das Geräusch der Messingglocke an der Tür auswendig, ich weiß, wie sich das kalte Blumenwasser im Winter anfühlt und wie der Eukalyptus unter den Fingernägeln klebt. Aber seit Ingrid, meine Mutter, im März 2024 an Bauchspeicheldrüsenkrebs starb – nur sieben Wochen nach der Diagnose –, war da dieses Loch. Ich dachte, ich wüsste, wie Trauer geht. Ich binde jeden Tag Trauerfloristik, ich kenne die Kränze und die Schleifen. Aber in mir drin war kein Kranz, da war einfach nur ein leerer, kalter Raum.
Im August 2024 war ich das erste Mal in Worpswede bei einer Schamanin. Eigentlich nur für eine Sitzung, weil eine Stammkundin es mir so ans Herz gelegt hatte. Danach wusste ich nicht, was passiert war, aber es fühlte sich an, als hätte jemand ein Fenster in diesem leeren Raum einen Spalt weit geöffnet. Seit Februar 2026 bin ich nun in einem strukturierten Online-Programm, dem /ref/power-of-love von Thomas Young. Es kostet mich jeden Monat einen Betrag, den ich als kleine Floristin eigentlich zweimal umdrehen müsste, aber es ist die erste Investition in mich selbst, die sich nicht nach Luxus, sondern nach Überleben anfühlt.

Wenn die Trommel den Verstand überholt
In der zweiten Phase des Programms, es war ein verregneter Abend im April, gab es eine Übung, die mich fast an den Rand des Abbruchs gebracht hätte. Manchmal sitze ich auf meinem Teppich im Wohnzimmer, den Laptop auf einem Stapel alter Blumenkataloge, und fühle mich einfach nur albern. Ich versuche, eine schamanische Reise zu machen, mein Krafttier zu finden oder mit den Ahnen zu sprechen, aber in meinem Kopf gehe ich nur die Bestellung für die Pfingstrosen am Montag durch oder sorge mich um das undichte Dach im Laden.
Aber an diesem einen Abend war es anders. Die Trommelaufnahme lief über meine Kopfhörer, ein gleichmäßiger, schneller Herzschlag. Plötzlich war da nicht mehr nur Geräusch. Ich spürte eine Wärme, die in meiner Brustmitte begann – genau dort, wo seit zwei Jahren dieser kalte Stein lag. Es war kein spektakuläres Licht, keine Engelserscheinung. Es war eher so, als würde sich ein festsitzendes Gelenk nach langer Zeit mit einem leisen Ruck wieder bewegen. Ich sah meine Mutter vor mir, aber nicht krank im Krankenhausbett, sondern wie sie früher im Garten stand, die Hände in der Erde, genau wie ich jetzt im Laden.
Ich glaube, das ist es, was passiert, wenn sich nach einer Sitzung etwas bewegt: Es ist kein plötzliches „Heilsein“. Es ist das Ende der Erstarrung. Körperliche Symptome bei spiritueller Entwicklung können so vielfältig sein, und bei mir war es dieses Mal diese fast schmerzhafte Hitze im Brustkorb, die den kalten Raum in mir langsam auftaute.
Die 13 Clanmütter und der Mut zum Dranbleiben
Was mir im /ref/power-of-love Programm besonders hilft, ist die Arbeit mit den 13 Clanmüttern. Es gibt dem Ganzen eine Struktur, an der ich mich festhalten kann, wenn ich mich zwischen den Welten verliere. Wenn ich abends nach zehn Stunden im Laden nach Hause komme, die Füße brennen und der Kopf voll ist, brauche ich diesen Rahmen. Es ist ein bisschen wie beim Binden eines großen Straußes: Man braucht die stabilen Zweige in der Mitte, damit die zarten Blüten nicht wegknicken.
Natürlich klappt nicht alles. Es gab Wochen im Mai, da bin ich während der Meditation einfach eingeschlafen, den Kopf auf dem Moleskine, während Zwetschge meine Wollhausschuhe attackierte. Ich habe mich oft gefragt, ob ich mutig bin, so viel Geld für etwas auszugeben, das man nicht anfassen kann, oder ob ich einfach nur verzweifelt bin. Jeden Monat, wenn die Abbuchung kommt, verspüre ich diesen kurzen Stich im Magen. Aber dann denke ich an den Moment im Juli zurück, an einem unglaublich schwülen Samstag, als ich das erste Mal seit Ingrids Tod wieder richtig tief durchatmen konnte, ohne dass es am Ende stockte.

Ein Wort zur Vorsicht: Die Integration braucht Boden
Was ich in den letzten Monaten gelernt habe, auch durch den Austausch im Frauenkreis in Worpswede, ist, dass dieses „Bewegen“ auch gefährlich sein kann. Wenn sich tiefe Schichten lösen, muss man einen festen Boden unter den Füßen haben. Ich bin eine einfache Floristin, ich habe keine therapeutische Ausbildung. Aber ich sehe, dass manche Frauen in diesen Kreisen sehr instabil wirken. Wenn du merkst, dass dich die schamanische Arbeit oder die intensiven Übungen zur Herzöffnung mehr durcheinanderbringen, als sie dir helfen, dann ist das ein Zeichen, innezuhalten.
Eine spirituelle Ausbildung ist kein Ersatz für eine Therapie. Wenn du unter schweren Depressionen leidest oder merkst, dass du den Alltag nicht mehr bewältigen kannst, such dir bitte unbedingt Hilfe bei einem approbierten Psychotherapeuten oder deinem Hausarzt. Ich merke selbst, wie wichtig es ist, dass mich mein Laden und meine tägliche Arbeit mit den Händen erden. Wie Haustiere unsere spirituelle Entwicklung begleiten, merke ich täglich an Zwetschge – sie spürt sofort, wenn ich nach einer Reise zu weit „weg“ bin und holt mich mit einem kräftigen Miauen zurück ins Hier und Jetzt.
Das „Bewegen“ nach einer Sitzung ist kein Sprint. Es ist eher wie bei einer Amaryllis, die man im Winter in die dunkle Ecke stellt und die dann, wenn man es fast vergessen hat, ganz langsam diesen dicken grünen Stiel schiebt. Man kann nicht daran ziehen. Man kann nur den Raum halten und abwarten.
Warum ich weitermache
Ich bin jetzt im August 2026 seit einem halben Jahr in diesem Programm. Es gab Momente der Überforderung, Momente des Zweifels, aber auch diese winzigen Augenblicke der Gnade. Wie neulich, als ich eine alte Schere meiner Mutter benutzte und nicht weinen musste, sondern lächeln konnte. Wie die Power of Love Übungen mir bei Erschöpfung helfen, ist schwer zu erklären, aber es hat mit dieser inneren Erlaubnis zu tun, dass alles da sein darf – auch die Trauer, solange sie nicht mehr alles einfriert.
Wenn du selbst das Gefühl hast, dass du feststeckst und bereit bist, dich auf einen längeren Prozess einzulassen, schau dir das /ref/power-of-love Programm ruhig einmal an. Es ist kein „Quick-Fix“, und es verlangt einem viel ab – auch finanziell –, aber für mich ist es der Weg, wie ich lerne, den leeren Raum in mir mit neuem Leben zu füllen, statt ihn nur mit Blumen zu dekorieren.
Jetzt klappe ich das Moleskine zu. Morgen ist Montag, und ich muss früh auf den Großmarkt. Ich werde mir eine frische Pfingstrose mitnehmen, für den Bindetisch. Als Erinnerung daran, dass sich alles entfalten darf, in seinem ganz eigenen Tempo.
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