Das Bluetentagebuch

Kommunikation mit Pflanzen: Naturwesen wahrnehmen durch Huna Prinzipien

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Es ist Sonntagabend, und das Licht im Viertel hat diesen eigentümlichen, goldenen Schimmer, der sich auf den nassen Asphalt legt. Zwetschge, meine 15-jährige schildpattfarbene Katze, hat sich auf meinem Moleskine-Notizbuch zusammengerollt, als wollte sie die Worte warmhalten, die ich noch gar nicht geschrieben habe. In meinem Laden hängen noch die Reste vom Duft der Pfingstrosen, die ich gestern für eine Hochzeit gebunden habe – ein schwerer, süßer Geruch, der mich immer ein wenig an meine Mutter Ingrid erinnert.

Seit Mitte April bin ich nun in diesem Online-Programm, und ich merke, wie sich mein Blick auf die grünen Wesen in meinem Laden verändert. Früher war eine Anemone für mich einfach eine wunderschöne Blume, die ich für 13 Jahre lang jeden Morgen angeschnitten habe. Heute frage ich mich, was sie mir eigentlich zu sagen hat, während meine Hände im kalten, fast schon schleimigen Wasser der Eimer hantieren und im Hinterkopf noch das rhythmische Trommeln aus der letzten Lektion nachhallt. Übrigens, bevor ich es vergesse: Wenn ich hier über Kurse wie A Touch of Aloha schreibe, sind das Affiliate-Links. Ich erhalte eine Provision, wenn du darüber buchst, aber für dich kostet es keinen Cent mehr. Ich teile das nur, weil ich selbst jeden Monat meine Raten dafür überweise – auch wenn ich beim Blick auf den Kontoauszug manchmal kurz schlucken muss, bis Zwetschge sich schnurrend auf meinen Schoß setzt und alles wieder gut ist.

Das Prinzip Ike: Bewusstsein inmitten von Bremen

In der schamanischen Arbeit nach den Huna-Prinzipien, die wir gerade im Kurs besprechen, ist Ike das erste Prinzip: Die Welt ist das, wofür du sie hältst. In meinem schmalen Altbau-Laden versuche ich das gerade umzusetzen. Wenn ich morgens die Messingglocke an der Tür höre und der erste Kunde hereinkommt, versuche ich nicht nur die Ware zu sehen, sondern die Wesenheiten dahinter. Thomas Young, der diesen Kurs leitet und seit über 20 Jahren als Bestsellerautor bekannt ist, spricht oft davon, wie wir uns für diese feinstofflichen Ebenen öffnen können.

Letzte Woche hatte ich einen Moment, der mich völlig unvorbereitet traf. Ich schnitt einen Eukalyptuszweig an, den ich für einen Trauerkranz brauchte. Plötzlich spürte ich ein Kribbeln in den Fingerspitzen, wie einen ganz leisen, elektrischen Schlag. In diesem Moment musste ich an meine Mutter denken – an die sieben Wochen zwischen ihrer Diagnose und dem Tag im März 2024, an dem sie ging. Es war, als würde der Eukalyptus meine Trauer nicht nur spiegeln, sondern halten. Solche Momente der spirituellen Erdung sind es, die mich weitermachen lassen, auch wenn ich oft zweifle.

Hände einer Floristin beim Anschnitt einer blauen Anemone auf einem Holztisch.

Warum die Großstadt die Kommunikation so schwer macht

Man liest oft in Büchern, dass man sich in den Wald setzen soll, um mit Naturwesen zu sprechen. Aber was machst du, wenn du mitten im Bremer Viertel lebst? Hier rattern die Straßenbahnen, Leute streiten sich vor dem Kiosk, und der Lärm der Stadt ist wie eine ständige Wand. Ich habe festgestellt, dass die klassischen Methoden zur Pflanzenkommunikation hier oft scheitern, weil diese absolute Stille einfach nicht existiert. Die akustische Reizüberflutung überlagert die feinen Signale der Pflanzen.

Ich habe angefangen, die Huna Prinzipien im Alltag anzuwenden, um diesen Lärm auszublenden. Ich nenne es meine kleine Insel hinter dem Bindetisch. Wenn die Stadt zu laut wird, konzentriere ich mich auf das Wesen einer einzelnen Blüte – zum Beispiel einer Anemone, die für mich Klarheit symbolisiert. Es geht nicht darum, den Lärm wegzumachen, sondern den Raum in mir größer werden zu lassen. Ich bin natürlich keine Ärztin oder Therapeutin, und wenn dich die Trauer oder der Stress der Stadt erdrückt, ist ein Gespräch mit einem Profi oder Hausarzt immer der wichtigste Schritt. Aber für mich ist diese Arbeit mit den Naturwesen eine Form von Selbstfürsorge geworden.

Der Moment, in dem ich mich völlig albern fühlte

Natürlich klappt das nicht immer so poetisch. Am letzten Samstagmorgen war der Laden voll, die Messingglocke hörte gar nicht mehr auf zu bimmeln, und ich versuchte zwischendurch verzweifelt, eine Verbindung zu einer großen Monstera aufzubauen, die seit Wochen ein wenig kränklich aussah. Ich stand da, schloss kurz die Augen und flüsterte ein inneres Hallo, während eine ungeduldige Kundin mit ihrem Autoschlüssel lautstark auf meinen Tresen klopfte. In diesem Augenblick fühlte ich mich einfach nur unspirituell und albern. Die Verbindung war weg, und ich war nur noch eine gestresste Floristin, die viel zu teure Kurse belegt.

Abends saß ich dann mit meinem Moleskine hier und habe eine gepresste Anemone eingeklebt. Das ist meine Methode: Wenn ein Moment mich besonders trifft – egal ob durch Schönheit oder durch Scheitern – bekommt er eine Blüte. Inzwischen liegen über zwanzig getrocknete Blueten zwischen den Seiten. Es ist ein langsamer Prozess, genau wie das Lernen in der Ausbildung. Manchmal fühlt es sich an, als würde ich einen Strauß binden und erst am Ende, wenn ich einen Schritt zurücktrete, sehen, ob die Komposition eigentlich stimmt.

Ein aufgeschlagenes Moleskine Notizbuch mit gepressten Blumen und handschriftlichen Notizen.

Naturwesen und die Ahnenarbeit

Ein wichtiger Teil der Kommunikation mit Pflanzen ist für mich auch die Verbindung zu denen, die nicht mehr da sind. In der schamanischen Arbeit ist die Ahnenlinie oft präsent. Wenn ich mit Pflanzen arbeite, die meine Mutter geliebt hat, fühlt es sich an, als würde ich eine Sprache sprechen, die sie jetzt auch versteht. Es ist eine Form der Ahnenheilung, die ganz ohne große Worte auskommt, einfach nur durch das Berühren von Erde und Blattwerk.

Für diejenigen, die sich vielleicht weniger für den hawaiianischen Ansatz interessieren, gibt es auch Programme wie POWER OF LOVE. Dort wird mit 13 Clanmüttern gearbeitet, was besonders kraftvoll sein kann, wenn man – so wie ich – eine starke weibliche Bezugsperson verloren hat. Es ist ein anderes Format, aber der Kern bleibt gleich: die Suche nach Heilung in den Zwischenräumen unseres Alltags. Man sollte sich aber immer Zeit nehmen, die Bedingungen genau zu lesen, bevor man sich für so etwas Langfristiges entscheidet – ich bin keine Rechtsberaterin, nur eine Floristin, die versucht, ihren Weg zu finden.

Ein Eukalyptuszweig in einer Vase neben einer alten Messingglocke im Blumenladen.

Was am Ende bleibt: Die Stille im leeren Raum

Ich weiß immer noch nicht genau, wohin mich dieser Weg führt. Ich glaube nicht, dass ich am Ende des Jahres eine Heilerin sein werde. Aber ich glaube inzwischen, dass etwas heilbar ist. Ganz langsam. Die Kommunikation mit Pflanzen ist für mich kein Hokuspokus, sondern die Bereitschaft, den leeren Raum in mir auszuhalten, den Mamas Tod hinterlassen hat, und ihn nicht mit Ablenkung zu füllen, sondern mit Wahrnehmung.

Wenn du selbst das Gefühl hast, dass die Natur dir etwas sagen will, aber du vor lauter Stadtlärm nichts hörst: Fang klein an. Eine einzelne Blume in einer Vase auf dem Küchentisch reicht oft schon. Wenn du tiefer einsteigen willst, schau dir ruhig mal den Ansatz von Thomas Young an – mir hilft die Struktur von A Touch of Aloha gerade sehr, um dranzubleiben, wenn der Alltag mich eigentlich verschlucken will. Nächste Woche schreibe ich vielleicht mehr darüber, wie sich meine Intuition im Umgang mit den Kunden verändert hat. Bis dahin: Pass auf dich auf und hör mal hin, was dein Fensterbrett dir zu flüstern hat.

Mal kurz:
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