Das Bluetentagebuch

Wie das Pono Prinzip der Huna Lehre meinen inneren Frieden stärkt

Vier Sätze. Mehr braucht das Pono-Prinzip aus der Huna-Lehre nicht, um aus jahrelang aufgestautem Groll wieder etwas Gerades zu machen: Es tut mir leid, bitte vergib mir, ich liebe dich, danke. Als ich diese vier Sätze zum ersten Mal gelesen habe, in meiner Wohnung im Bremer Viertel, klangen sie fast zu einfach für das, was seit dem Tod meiner Mutter Ingrid in mir schief hängt. Pono bedeutet so viel wie Richtig-Sein, etwas ins Lot bringen, und genau danach habe ich gesucht, mitten in einer Trauerbewältigung, die sich manchmal eher wie das Gegenteil von Trauer anfühlt.

Bevor es weitergeht, kurz das Nötigste: Ich schreibe hier aus eigener Erfahrung, nicht als Ärztin oder Therapeutin, und dieser Text enthält Affiliate-Links, unter anderem zur Online-Ausbildung A TOUCH OF ALOHA, in der ich das Pono-Prinzip zum ersten Mal wirklich durchgearbeitet habe. Kaufst du darüber etwas, bekomme ich eine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts. Wer selbst gerade über eine spirituelle Ausbildung nachdenkt, sollte trotzdem die Bedingungen beim jeweiligen Anbieter in Ruhe lesen, bevor er sich langfristig bindet.

Was ist das Pono-Prinzip der Huna-Lehre wirklich?

Die kurze Antwort: Pono heißt, etwas an den Platz zu stellen, an den es gehört, ohne es schönzureden oder wegzuschieben. In der Huna-Lehre, die aus Hawaii stammt, ist es eines von mehreren Prinzipien für ein stimmiges Leben – die ganze Huna-Lehre ist größer als dieses eine Stück, aber Pono ist der Teil, der bei mir hängen geblieben ist, vielleicht weil ich beruflich ohnehin ständig Dinge in eine Ordnung bringe, die von selbst nicht entsteht. Wenn eine Pfingstrose in einem Strauß zu schwer wird und das ganze Gefäß zu kippen droht, stützt man sie ab, statt sie herauszureißen. Genau so fühlt sich Pono für mich an: Der schwere Teil bleibt drin, er bekommt nur eine Stütze.

Reicht es, einfach alles auszusprechen?

Trude Warnecke, die mir seit meinem allerersten Kursbericht kurze Mails schreibt, hat mich das vor Kurzem genau so gefragt. Sie lebt in Freiburg, meditiert nach eigener Aussage jeden Tag, würde aber, wie sie schreibt, nie im Leben eine Trommel anfassen – und wollte wissen, ob Pono nicht einfach bedeutet, endlich alles rauszulassen.

Meine Antwort ist nein.

Ich weiß das, weil ich es selbst falsch gemacht habe. Ich habe meiner Schwester einmal an einem Abend alles erzählt, wirklich alles, jedes Gefühl, das sich seit Monaten in mir gestaut hatte. Danach habe ich sie wochenlang nicht angerufen, weil sich durch das Erzählen nichts gelöst hatte, nur ausgesprochen. Aussprechen allein macht noch keinen Ausgleich – Pono braucht die Bewegung zurück zum anderen Menschen, nicht nur die Bewegung aus einem selbst heraus. Genau diese Unterscheidung gibt mir mehr Halt als nur reine Intuition, weil sie mir eine Struktur an die Hand gibt, wenn das Gefühl allein nicht reicht.

Woran ich merke, dass sich etwas wirklich gelöst hat

Neulich bin ich nach der Anlieferung noch kurz durchs Schnoorviertel gelaufen, den Kopf noch beim Großmarkt und den Kisten Eukalyptus und Ranunkeln im Auto, und irgendwo zwischen den schmalen Gassen ist mir aufgefallen: Ich hatte die ganze Fahrt über nicht ein einziges Mal daran gedacht, dass ich meine Schwester eigentlich anrufen müsste. Kein schlechtes Gewissen, kein Punkt auf einer gedanklichen Liste – einfach nichts. Dieses Nichts war leiser als jede Versöhnungsszene, die ich mir vorher ausgemalt hatte, aber irgendwie auch größer.

Mit dem eigentlichen Prozess der Trauerintegration hat das nur am Rand zu tun, der für sich genommen seine eigene Zeit braucht, und auch nicht direkt mit der inneren Leere, die nach Ingrids Tod monatelang wie ein leerer Raum in mir stand. Es war einfach ein Beweis dafür, dass etwas, das lange schwer war, an einem einzigen Nachmittag leicht sein durfte. Mein Notizbuch, in das ich seither hin und wieder eine Blüte presse, ist dabei nur ein Werkzeug von mehreren – kein spirituelles Tagebuch, das man führen muss, damit Pono wirkt, sondern eher ein Ort, an dem ich später nachschauen kann, was in mir eigentlich passiert ist.

Pono-Prinzip in der Praxis: eine getrocknete Anemone wird als Symbol für Klarheit in ein Moleskine-Notizbuch gepresst

Pono mitten im Ladenalltag

Der Laden hier im Viertel ist kein besonders ruhiger Ort für so etwas, muss ich zugeben – kaum kommt jemand herein, klingelt es über der Tür, und hinten läuft die Kühlzellenscheibe an, sobald ein nasser Mantel den Raum betritt; ich wische sie inzwischen im Vorbeigehen frei, ohne wirklich hinzusehen. Roswitha Feddersen, die seit Jahren zu meinen treuesten Kundinnen zählt und die ich längst Freundin nenne, stand letzten Freitag mit einer Dose selbstgebackener Schmalzkekse in der Tür, weil sie mir die Woche offenbar angesehen hat.

Solche Momente sind für mich die eigentliche Alltagsintegration, um die es bei Pono geht – nicht ein zusätzliches Ritual am Abend, sondern eine Haltung, die einfach mitläuft, während ich Stiele kürze und Wasser wechsle. Erdung, das Gefühl der eigenen Füße auf festem Boden, gehört für mich eher zu den Grundlagen davor, aber ohne sie würde ich vermutlich gar nicht merken, wenn etwas aus dem Lot gerät.

Trommeln, Schatten und Ahnen: was Pono nicht ist

Manche in meinem Umfeld fragen, ob das dasselbe ist wie eine schamanische Reise, bei der man in Trance zur Trommel unterwegs ist. Ist es nicht: Pono passiert bei mir meistens sitzend, mit offenen Augen, ohne dass überhaupt eine Trommel im Raum wäre – die eigentliche Trommelpraxis ist ein eigenes Handwerk, das ich erst seit Kurzem überhaupt anfasse.

Auch Ahnenheilung, der Blick auf die Linie, die vor einem selbst liegt, wird oft in einem Atemzug mit Pono genannt; sie berührt sich damit nur am Rand, weil Pono sich eher um das kümmert, was gerade zwischen zwei lebenden Menschen schiefhängt. Schattenarbeit, das Anschauen der Seiten an sich selbst, die man lieber verstecken würde, ist verwandt, aber ein eigenes Thema, genau wie energetischer Schutz für hochsensible Menschen oder das, was manche als geschärfte Hellsinne oder als Herzöffnung bezeichnen. Manifestation, das gezielte Ausrichten auf etwas, das erst noch kommen soll, ist für mich fast das Gegenteil: Pono schaut zurück und sortiert, Manifestation schaut nach vorn.

Wo das Pono-Prinzip an seine Grenzen stößt

Nicht jede Situation lässt sich mit Pono sortieren, und das sage ich bewusst als Floristin, nicht als Fachfrau für seelische Krisen. Wer gerade in einer akuten Krise steckt, alleinerziehend unter Dauerstrom steht oder schlicht keine Sekunde Luft zum Nachdenken hat, für den kann so ein Prinzip fast wie Hohn klingen. Pono braucht eine kleine Lücke der Stille, um überhaupt ansetzen zu können, und diese Lücke ist nicht immer da.

Wenn du gerade in einer tiefen Depression steckst oder eine komplizierte Trauer durchmachst, ist ein Online-Programm allein mit ziemlicher Sicherheit nicht genug – sprich in solchen Momenten bitte mit deinem Hausarzt oder einer approbierten Therapeutin. Diese Arbeit kann ein gutes Werkzeug sein, aber sie ersetzt keine fachliche Hilfe, und das war sie auch für mich nie.

Braucht es eine Ausbildung, um Pono zu leben?

Nein, unbedingt nicht, und trotzdem hat mir eine Struktur von außen geholfen, weil ich allein vermutlich nur im Kreis gedacht hätte. Bei mir war das die Ausbildung A Touch of Aloha, aus der das Pono-Prinzip überhaupt erst so klar wurde, wie ich es hier beschreibe.

Spirituelle Ausbildung online: ein Laptop mit Kursmaterial neben frischen Pfingstrosen auf dem Werkstatt-Tisch im Blumenladen

Für andere in unserem Kreis war es eher das Jahresprogramm Power of Love mit seinen dreizehn Clanmüttern als Lehrerinnen, das gerade dann viel trägt, wenn man wie ich eine weibliche Bezugsperson verloren hat.

Was so eine Ausbildungsinvestition am Ende für den eigenen Alltag bedeutet, ist eine Rechnung, die jede für sich selbst aufmachen muss – ich sage nur so viel, dass die monatliche Rate bei mir spürbar bleibt, jeden Monat aufs Neue, und genau das für mich Teil der Verbindlichkeit ist.

Und all das hilft mir dabei, die Naturverbundenheit im Alltag wiederzufinden, die als Floristin eigentlich schon immer da war, mir zwischendurch aber abhandengekommen ist.

Ich weiß noch immer nicht genau, wo mich das alles hinführt. Aber wenn Roswitha das nächste Mal mit ihrer Keksdose in der Tür steht, werde ich vermutlich wieder merken, dass genau das schon eine Antwort ist – nicht die große, endgültige, sondern die kleine, die reicht, um weiterzumachen.

Alles Liebe aus dem Viertel,
Helene

Mal kurz:
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