Das Bluetentagebuch

Wie man die Lebensenergie von Blumen durch Huna Übungen bewusster wahrnimmt

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Anemonenstiele fühlen sich unter kaltem Wasser nicht bei jedem Griff gleich an. Manchmal ist da nur die Kälte, manchmal ein feines Ziehen gegen die Handfläche, das mit der Wassertemperatur nichts zu tun hat. Genau darum geht es, wenn Menschen mich nach der Lebensenergie von Blumen fragen und danach, wie man sie über eine bewusste Huna-Praxis überhaupt wahrnehmen lernt. Trude Warnecke, eine Teilnehmerin aus meinem Online-Kurs, mit der ich seit einer Weile kurze Nachrichten austausche, hat mir genau diese Frage neulich gestellt – und mir damit etwas bewusst gemacht, das ich mir selbst noch nie so direkt gestellt hatte: Woran erkenne ich das eigentlich, wenn ich es spüre?

Bevor ich in die einzelnen Fragen gehe, kurz der ehrliche Hinweis: Ich bin Floristin, keine Therapeutin, und nichts von dem hier ersetzt fachliche Begleitung bei ernsthaften psychischen Belastungen. Ich schreibe aus eigener Erfahrung im Online-Programm A Touch of Aloha, über das ich die meisten dieser Huna-Übungen gelernt habe, und aus den Fragen, die mir Leserinnen und Kundinnen im Laden stellen.

Hände einer Floristin prüfen die Lebensenergie frischer Anemonen im Wassereimer während einer Huna-Übung

Woran spüre ich, dass eine Blume noch Lebensenergie hat?

Bei den meisten Blumen ist es kein dramatisches Gefühl. Es ist eher ein leichtes Ziehen oder eine minimale Wärme in den Fingerspitzen, wenn ich einen frischen Stiel anfasse, im Vergleich zu einem, der schon zwei Tage im Eimer stand. Manche nennen das ein Training der Hellsinne. Andere sprechen von körperlichen Symptomen spiritueller Entwicklung, die sich im Alltag deuten lassen. Am Anfang war ich mir nicht sicher, ob ich mir das nur einbilde, weil ich es mir so sehr gewünscht habe.

Ha-Atmung am Bindetisch – eine kleine Huna-Praxis für den Alltag

Die Übung, die mir am meisten hilft, ist die Ha-Atmung: tief einatmen, kurz halten, hörbar mit einem 'Ha' ausatmen. Ich mache das inzwischen am Bindetisch, während ich einen Stiel nach dem anderen anlege, nicht als eigene Meditation, sondern eingewoben in die Arbeit, die ohnehin ansteht. Andere nennen das Alltagsintegration – Huna nicht als zusätzlichen Termin, sondern als Teil dessen, was die Hände sowieso schon tun. Wie ich das genauer aufgebaut habe, steht in einem anderen Text: wie ich meine Lebensenergie durch einfache Huna-Übungen im Alltag steigere.

Was diese Wahrnehmung mit der Trauerverarbeitung zu tun hat

Meine Mutter Ingrid ist im März 2024 gestorben, und seitdem fühlt sich ein Teil dieser Wahrnehmungsarbeit wie eine Art Ahnenheilung an, auch wenn ich das Wort selten benutze. Bevor ich zur schamanischen Arbeit kam, war ich fünf Mal bei einer Trauertherapeutin – seriös, professionell –, und ich habe aufgehört, weil ich mich am Ende jeder Sitzung wie ein abgehaktes Protokoll gefühlt habe, nicht wie ein Mensch, der wirklich gesehen wird. Was mir stattdessen geholfen hat, kam über Umwege: Neulich habe ich am Bindetisch leise ein altes Lied gesummt, das meine Mutter früher in der Küche vor sich hin sang, ohne es zu merken – und zum ersten Mal kam dabei kein Stich, nur die Melodie und die Blumen in meinen Händen. Manche würden das innere Leere füllen nennen, ich sage nur: Es war ein Moment ohne Schmerz, und die sind selten. Die ersten Schritte einer eigentlichen Trauerintegration nach dem Tod eines Elternteils sind nochmal ein eigenes, größeres Thema, das ich hier nicht aufrolle. Wer selbst mit schwerer Trauer kämpft, für den ist so eine Übung ein Zusatz, kein Ersatz für einen Hausarzt oder eine approbierte Psychotherapeutin. Mehr über diesen Teil des Weges steht hier: wie ich meinen Schmerz durch Spiritualität annehme, falls dich das gerade auch beschäftigt.

Verblühende Pfingstrose zwischen zwei Händen als Huna-Übung zur bewussten Wahrnehmung von Lebensenergie

Was, wenn du gar nichts fühlst

Es gibt Momente, in denen ich rein gar nichts spüre, egal wie lange ich einen Stiel in der Hand halte oder wie oft ich die Ha-Atmung wiederhole. Das war am Anfang frustrierend, weil ich dachte, ich mache etwas falsch. Inzwischen sehe ich das nüchterner: Nicht jede Blume, nicht jeder Tag, nicht jede Stimmung gibt etwas her, und das allein ist kein Zeichen dafür, dass die Übung nicht funktioniert. Wenn du nach der ersten oder zweiten Übung nichts merkst, heißt das nicht, dass bei dir etwas fehlt – es heißt oft nur, dass du noch zu sehr darauf wartest, dass etwas passiert, statt einfach hinzufühlen.

Muss ich an Mana glauben, damit die Übung wirkt?

Nein, glaube ich nicht – zumindest nicht im Sinn von: fest davon überzeugt sein, bevor du überhaupt anfängst. Was hilft, ist offen genug zu sein, um hinzuspüren, ohne es sofort zu bewerten. Manche verbinden das mit Erdung, andere mit Herzöffnung oder Chakren-Arbeit – die Begriffe wechseln, das Grundgefühl bleibt ähnlich: aufmerksam werden für etwas, das vorher einfach übersehen wurde. Was die Huna-Lehre insgesamt mit all ihren Prinzipien ausmacht, ist ein eigenes, größeres Thema, das über eine einzelne Übung hinausgeht. Manifestation im engeren Sinn, also Dinge bewusst herbeiführen, ist hier gar nicht mein Anliegen – mir geht es ums Wahrnehmen, nicht ums Erschaffen.

Warum manche das für Einbildung halten

Roswitha, eine Stammkundin, die selbst nicht an so etwas glaubt, hat mich neulich genau danach gefragt: ob ich mir das nicht einfach einbilde, weil ich es nach dem Tod meiner Mutter so nötig habe, etwas zu finden, das trägt. Ich habe ihr ehrlich gesagt, dass ich das nicht beweisen kann. Was ich weiß: Unangenehme Gefühle kommen dabei genauso hoch wie schöne, und ein Stück Schattenarbeit gehört für mich automatisch dazu, auch wenn ich das nie gesucht habe. Wer sehr empfänglich für so etwas ist, sollte sich außerdem mit energetischem Schutz beschäftigen, sonst wird das Spüren schnell zu viel. Zu Hause habe ich mir dafür eine kleine, ruhige Ecke eingerichtet, eine Art Ritualplatz, an dem ich abends sortiere, was tagsüber im Laden passiert ist.

Zwei weitere Wege, falls du tiefer willst

Neben den Huna-Übungen gibt es für mich noch den monatlichen Frauenkreis, in dem getrommelt wird – eine eigene Praxis, die mit dem, was manche schamanische Reise nennen, verwandt ist, aber nochmal ein anderes Kapitel für sich. Dazu kommt mein Notizbuch, in das ich seit einer Weile regelmäßig schreibe; wie genau ich das mit gepressten Blumen führe, ist eine eigene Geschichte, die ich hier nicht ausrolle. Ob sich die Investition in ein ganzes Jahresprogramm für dich lohnt, kann ich dir nicht pauschal beantworten, das hängt zu stark von deiner eigenen Situation ab. Ich habe mir zum Beispiel Power of Love angeschaut, das andere Jahresprogramm mit den 13 Clanmüttern vom selben Anbieter, weil ich spüre, dass mir seit dem Tod meiner Mutter eine bestimmte weibliche Führung fehlt – im Moment bleibe ich aber bei den Blumen und beim Weg über A Touch of Aloha. Falls du selbst überlegst anzufangen: Achte weniger auf einen einzelnen magischen Moment als darauf, ob sich eine Übung auch beim dritten und vierten Versuch noch stimmig anfühlt – das ist für mich das einzige verlässliche Zeichen, verlässlicher als jedes Bauchgefühl beim ersten Mal. Und falls du nach dem Lesen lieber bei den kleinen, alltäglichen Lehrern bleibst: was meine alte Katze mir über das Loslassen beigebracht hat ist vielleicht der sanftere Einstieg.

Offenes Notizbuch mit gepressten Blumen als Teil der spirituellen Entwicklung einer Floristin nach Huna-Übungen

Ob ich das, was ich gerade lerne, jemals in Worte fassen kann, die auch für andere Sinn ergeben, weiß ich nicht. Sicher weiß ich nur: Die Blumen erzählen mir inzwischen mehr, als ich ihnen früher zugetraut hätte, und das reicht mir vorerst als Antwort.

Mal kurz:
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